Am Freitag, den 24. Mai 2019 steht wieder ein Volksentscheid an. Volksentscheide in Irland sind ein wichtiger Bestandteil der Demokratie. Wichtige politische Entscheidungen, insbesondere wenn es um Verfassungsänderungen geht, werden vom Wähler getroffen.

1995 wurde z. B. durch ein Volksentscheid ganz knapp vom Volk entschieden, dass Ehen geschieden werden können. Das Gesetz, welches 1996 in Kraft getreten ist, ermöglichte es unglücklichen Ehepartnern die Scheidung einzureichen. Vor diesem Volksentscheid, konnten Ehen nur vom Vatikan aufgehoben werden und dies kam nicht allzu oft vor.

Nicht selten, sind Ehepartner (meistens Frauen) vor ihren Ehepartnern ins Ausland geflüchtet. Nicht um sich dort scheiden zu lassen, denn auch ausländische Ehescheidungen wurden in Irland nicht anerkannt, sondern um ein “neues” Leben zu beginnen. Alleine und oft mit Kindern.

Um eine Scheidung einzureichen muss man momentan in Irland vier der vergangenen fünf Jahren getrennt gelebt haben. Desweiteren muss eine Ehe als “nicht mehr zu retten” gelten.

Auch mit der seit 1996 geltenden Rechtsprechung werden ausländische Ehen nicht anerkannt, es sei denn einer der Ehepartner ist permanent im Ausland ansässig.

Wartezeit von fünf auf zwei Jahre reduziert

Falls der Volksentscheid zugunsten der Befürworter entschieden wird, müssen Scheidungswillige Paare “nur noch” drei Jahre, statt der bisherigen fünf Jahre auf eine Scheidung warten. Die Paare müssen innerhalb der drei Jahre zwei Jahre getrennt gelebt haben.
Mit der Verfassungsänderung sollen auch, soweit gewisse Kriterien erfüllt werden, ausländische Scheidungen anerkannt werden.