Alkoholkontrollen im irischen Straßenverkehr finden täglich statt, inzwischen auch früh morgens.
Seit vor wenigen Monaten die Promillegrenzen und Strafen reformiert wurden, klagt das ländliche Irland über soziale Verarmung.

Sollte ein Fahrzeughalter gegen die neuen geltenden Grenzwerte verstoßen und über eine gültige Fahrerlaubnis verfügen, gelten die unten aufgeführten Strafen.

Wird das Bußgeld innerhalb von 28 Tagen bezahlt, tritt auch die zusätzliche Strafe (Fahrverbot) ein. Sollte das Bußgeld nicht innerhalb von 28 Tagen bezahlt werden, geht es ab vor Gericht. Ist man bereits innerhalb der vergangenen drei Jahre des gleichen Delikts überführt worden, geht es gleich zum Richter.

FahrertypAlkoholwerteBußgeldZusätzliche Strafe
Seit mindestens 2 Jahren Halter einer Fahrerlaubnis0,51‰ bis 0,8‰€2003 Monate Fahrverbot
Seit mindestens 2 Jahren Halter einer Fahrerlaubnis0,81‰ bis 1‰€4006 Monate Fahrverbot
Andere Fahrer (Berufskraftfahrer, Lerner etc)0,21‰ bis 0,8‰€2003 Monate Fahrverbot

Geht es vor Gericht, gelten die folgenden Mindeststrafen:

Alkoholwerte1. Delikt (Länge des Fahrverbotes)2. Delikt (Länge des Fahrverbotes)
0,51‰ bis 0,8‰6 Monate1 Jahr
0,81‰ bis 1‰1 Jahr2 Jahre
1,01‰ bis 1,5‰2 Jahre4 Jahre
Über 1,5‰3 Jahre6 Jahre

Die o.g. Strafen sind Mindeststrafen. Der Richter kann entscheiden, ob er da noch etwas drauf legt. Die Höchststrafe für Alkohol am Steuer liegt bei €5.000 und/oder 6 Monate Freiheitsstrafe.

Soziale Verarmung im ländlichen Irland?

“Das Pub im ländlichen Irland droht zu sterben.” Dies sind die Worte vieler Menschen und natürlich Pubeigentümer, außerhalb Dublins.

Öffentliche Verkehrsmittel im ländlichen Irland sind mehr als dürftig. Oftmals tun sich Gruppen zusammen und organisieren Fahrgemeinschaften, doch das klappt nicht immer und überall.
In Dublin bucht man bequem über ein App auf dem Handy ein Taxi, im ländlichen Irland macht man einen lebensgefährlichen Spaziergang über eine enge, dunkle Landstraße.

Kürzlich hat ein Wirt €40.000 für einen Kleinbus ausgegeben, um Kundschaft zum Pub, bzw. wieder nach Hause zu fahren. Soweit so gut, doch jetzt werden auch verstärkt Alkoholkontrollen am frühen Morgen durchgeführt. Zur Arbeit fahren, kann der Wirt seine Gäste nicht auch noch.

Wer das ländliche Irland kennt, weiß das die Menschen weit verstreut auf ihren Ländereien leben. Oftmals sieht man den nächsten Nachbarn gar nicht.

Das Pub ist in erster Linie eine gute Stube der Nachbarschaft. Ein Ort wo man sich austauscht und soziale Kontakte pflegt. Die Menschen des ländlichen Irlands fühlen sich, als würde man dieser Tradition den Teppich unter den Füßen wegziehen. Es ist als dimme jemand langsam das Licht.

Ein Großteil der irischen Landbevölkerung empfinden, ganz besonders die Kontrollen in den Morgenstunden, unfair. Angeblich werden sogar Fahrzeugführer auf dem Weg zum Gottesdienst kontrolliert.

Shane Ross (Verkehrsminister), welcher nicht versucht die Beliebtheitskala der Iren zu erklimmen, untersucht momentan die Möglichkeit einer Art “Uber”-Lösung. Wobei Privatleute gegen Entgeld in ihrem Fahrzeug Pubgäste zwischen Heim und Pub hin und her fahren können. Das wäre eine Art privater Taxidienst. Mal schauen was die Taxifahrer Irlands dazu zu sagen haben.

Shane Ross bleibt stur und meint “Ich bin mir darüber im Klaren das diese Entscheidung mich nicht populär macht, aber damit kann ich leben. Es geht darum Leben zu retten.