Die  Sehnsucht nach Regen steigt. Noch nie haben die Iren sich so sehr nach ein paar Tropfen Regen gesehnt. In manchen Teilen Irland’s ist im Juni nur knapp 7% des normalen Niederschlags verzeichnet worden. In manchen Regionen gibt es einen fast 90mm Feuchtigkeitsdefizit. Der Teer vieler Landstraßen schmilzt vor sich hin. Die verweichten Straßen müssen gestreut werden, so das sie halbwegs sicher benutzt werden können.
Dublin und Umgebung, als größtes Ballungsgebiet Irlands, verbraucht momentan mehr Wasser als was auf Dauer bereitgestellt werden kann. Die Wintervorräte drohen in Dunst aufzugehen. Für die gesamte Republik Irland wurde inzwischen ein Wassernotstand erklärt. Der Wasserdruck der an das Netzwerk angeschlossenen Haushalte wurde nachts auf minimalen Druck reduziert. Das Benutzen von Wasserschläuchen im Garten ist untersagt.

Auch für die Tiere auf den Weiden Irlands geht das Wasser langsam aus. Eine Kuh trinkt am Tag durchschnittlich 120 Liter Wasser. Es mussten bereits Notdienste ausrücken um Tieren wieder auf die Beine zu helfen. Am meisten leiden jedoch die Pferde, denn vielen Eigentümern ist es nicht klar, wieviel Wasser sie tatsächlich bei diesem Wetter brauchen.

Sogar den Lachsen wird es zu warm. Der größte Binnensee Irlands, Lough Corrib hat heute eine Temperatur von bis zu 22 Grad C erreicht. Den Lachsen Irlands ist das zu warm. Sie tauchen in die tiefere Kühle ab.

Die grüne Insel wird braun

Irlandkenner erkennen die Insel nicht wieder. Das als “grüne Insel” bekannte Irland verbrennt langsam vor sich hin. Weiden und Rasenflächen sind braun. Wilder Stechginster und Wälder gehen in Flammen auf. Felder verstauben und junge Pflänzchen liegen schlapp auf der vertrockneten Erde. Schafe und Kühe finden keinen Schatten.

Es begann mit Sturm Ophelia

Alles begann mit Sturm Ophelia im Oktober 2017. Nachdem dieser Sturm Wälder rasierte und Häuser abdeckte, sollte Irland vom Beast from the East (Biest aus dem Osten) in Form enormer Schneestürme heimgesucht werden.
Daraufhin folgte Dauerregen. Land Unter hieß es in Irland. Man machte sich Sorgen bezüglich des kommenden Sommers. Die irischen Landwirte waren sich einig das es Monate dauern würde, bevor der Boden sich von den sintflutartigen Regenfällen erholen würde – und jetzt – jetzt träumen die Landwirte Irlands von Regen. Sie träumen nicht von einem Schauer, sie träumen von vielen Schauern.

Zwei schlimme Szenarios wären jetzt entweder andauernde Dürre, oder Dauerregen welcher die trockene Erde samt jungen Pflänzchen wegschwemmen würde, oder dazu führt das das Erdreich überfordert ist zu viel Wasser auf einmal aufzunehmen. Junge Pflänzchen würden regelrecht ertrinken.

Notaufnahme wegen Sonnenbrand

Sogar ohne diese extremen Witterungsbedingungen hat Irland mitunter die meisten Hautkrebserkrankungen Europas. Die Sonne scheint oft, aber es wird in der Regel nicht sehr heiß. Die Iren lernen erst langsam sich vor der Sonne zu schützen. Die momentanen Bedingungen überfordern den Iren total. Kinder werden zur Notaufnahme der Krankenhäuser gebracht – ihre zarte Haut schlägt Blasen. Erwachsene und Kinder verstehen sich nicht genügend zu hydrieren.

Die Zukunft

Die Witterungsbedingungen der vergangenen Jahre lassen böses ahnen. Kalte und schneereiche Winter, sintflutartige Frühlinge, trockene und heiße Sommer und orkanartige Herbste sollen zukünftig die Norm sein. Verschiedene Regionen, verschiedene Extreme. Doch die Iren planen nicht für Regionen, sie planen für die ganze Insel. Der Nordwesten wird z. B. nicht von extrem kalten Wintern heimgesucht, wobei diese Region von den schlimmsten Stürmen betroffen ist. Nord Wicklow hat traditionell den meisten Schneefall, aber wird von den extremen Stürmen verschont. Dafür plant man in Irland aber nicht. Das in Dublin ansässige nationale Parlament plant für die ganze Republik. So werden nicht die richtigen Maßnahmen für die verschiedenen Regionen ergriffen und das Chaos geht weiter.