Am 25. Mai 2018 gingen die irischen Wähler zur Urne um eine sehr schwierige Entscheidung zu treffen, welche die irische Gesellschaft in eine neue Ära katapultieren sollte.

Schwangerschaftsabbrüche waren für irische Frauen, welche sich in einer Krise befanden, für Jahrzehnte ein Tabu. Nur wenn das Leben der Mutter in akuter Gefahr war, konnte eine Schwangerschaft abgebrochen werden. So wollte es die irische Verfassung. Alljährlich haben sich irische Frauen, aus vielen verschiedenen Gründen, auf gemacht um Schwangerschaften im Ausland abbrechen zu lassen. Auch die Abtreibungspille wurde im Ausland bestellt und im Verborgenen geschluckt. Abtreibungsschiffe fuhren irische Häfen an, wo Frauen in neutrale Gewässer gebracht wurden um Schwangerschaften abzubrechen. Die betroffenen Frauen haben keinerlei professionelle Hilfe in Form von medizinischer Betreuung bekommen. Noch nicht einmal ein fachkundiges Gespräch bot man ihnen an. Abtreibung war somit auch für irische Frauen alltäglich, aber es geschah alles im Verborgenen.

Mit der Entscheidung am 25. Mai 2018, haben irische Wähler nun dafür gesorgt, dass Frauen, welche sich aufgrund einer Schwangerschaft in einer Krise befinden, eine Hand des Mitgefühls entgegengestreckt bekommen.

Mit dem Volksentscheid vom 25. Mai können die irischen Gesetzgeber offiziell mit dieser schwierigen Situation umgehen. Eine parlamentarische Entscheidung, über wie genau die zukünftige Gesetzeslage aussehen wird, steht noch aus. Vor Ende des Jahres wird es noch einige emotionale Debatten geben, in wie weit Schwangerschaften tatsächlich abgebrochen werden können. Eines steht jedoch fest. Die irische Frau wird nicht leichtfertig zu einer Abtreibung neigen. Sie werden im Falle einer Krise einen Gesprächspartner haben. Man wird ihnen verschiedene Wege aufzeichnen welche sie gehen können und am Ende genießen die Frauen Irlands das Vertrauen ihrer Landsleute das sie eine gewissenhafte Entscheidung treffen, welche für sie die richtige ist.