Sturm Emma und der parallel verlaufende Schneesturm, welcher Irland für einige Tage lahmlegte hat enorme Schäden hinterlassen. Fast fünf Tage lang ging in vielen Teilen Irland gar nichts mehr. Flughäfen waren geschlossen, Krankenhäuser konnten nicht erreicht werden, Rettungsdienste kamen nicht zu Einsatzorten, Schulen wurden geschlossen, flächendeckende Stromausfälle und eine weitgehende Einstellung der Wasserversorgung sind nur ein Teil dessen womit sich die Iren während und seit dem vergangen Sturm herumschlagen müssen. Die Aufräumarbeiten passieren schleppend. Noch immer sind tausende von Haushalten und Firmen ohne Wasser und/oder Strom.

Landwirte leiden am  meisten

Fest steht, dass es die irische Landwirtschaft am ärgsten getroffen hat. Außengebäude fielen, unter der Last der Schneemassen, in sich zusammen. Wasserläufe und Quellen froren ein. Tiere, welche in Irland meist jahrein jahraus auf den Weiden leben, sind qualvoll erfroren oder verhungert und verdurstet.
Der Kälteeinbruch musste genau zur Lammzeit, bzw. des abkalben beginnen. Viele Schafe werfen ihre Lämmer in freier Natur, in den Gebirgslandschaften Irlands. Dort waren sie natürlich den Elementen erbarmungslos ausgesetzt. Auch die Mutterschafe hatten es schwer, denn sie kamen nicht ans Gras, welches unter dem unüblichen Schnee vergraben lag. Kälber werden in der Regel in Ställen zur Welt gebracht. Doch Ställe gibt es nur bedingt. Sobald Muttertier und Kalb soweit sind, geht es raus auf die Weide. Aus Platzgründen geht es nicht das sie in den Stallungen verbleiben. Das war bei diesen Witterungen natürlich nicht möglich und so waren die Ställe entweder hoffnungslos überfüllt oder Tiere mussten verfrüht auf die Weiden. Dazu kam noch, dass die wenigen Ställe in Irland nicht für solche Wetterlagen gebaut sind. Das heißt sie brachen unter der Last des Schnees zusammen und begruben nicht selten schutzsuchende Tiere unter sich.

Sollten die Stallungen standhalten und vielleicht sogar alle Tiere des Betriebs aufnehmen, so gab es in vielen Fällen kein Wasser. Die Wasserläufe und auch Wasserleitungen waren gefroren. Ohne Wasser haben die Tiere keine Überlebenschance. Dann kam der Futternotstand. Die irischen Weiden werden auch “das grüne Gold” genannt. Sie sind die Nahrungsquelle der irischen Viehhaltung. Zugefüttert wird nur selten. Da wir uns zum Ende der Wintermonate befinden, sind viele Silagevorräte am Ende. Für die Landwirte Irlands waren die vergangenen Tage ein reiner Teufelskreis, welcher in vielen Fällen auf absehbare Zeit nicht zu durchbrechen ist. Aufgrund der auch heute noch viel zu kühlen Wetterlage, wächst das Gras nicht so wie es soll. Das heißt, dass der Futtermangel sich fortsetzen wird.

Gastronomie ohne Wasser ist wie eine Wüste ohne Sand

Die Gastwirte Irlands durchgehen auch eine harte Zeit. Ganz besonders in Dublin, wo sich fast die Hälfte der irischen Gesamtbevölkerung tummelt, wird die Wasserzufuhr rationalisiert.

Irische Haushalte neigen dazu während Minusgrade nachts ihre Wasserhähne laufen zu lassen. Sie glauben damit das Einfrieren der Wasserleitungen verhindern zu können. Das hat dazu geführt das die Wasservorräte rapide in den Keller gegangen sind. Es herrscht ein Notstand. Die Wasserzufuhr wurde nunmehr reduziert. Teilweise ist der Wasserdruck so gering, dass über Stunden hinweg überhaupt kein Wasser aus den Leitungen kommt. Es wird viel mit Wasser gekocht. Auch braucht man Wasser zum spülen oder auch für Sanitäranlagen.

Auch andere Gewerbezweige leiden

Neben Landwirten und Gastronomen, gibt es eine ganze Reihe anderer Gewebetreibender welche unter den momentanen Bedingungen sehr leiden. Floristen, Wäschereien, Frisöre – um nur ein paar zu nennen. Falls der Wassernotstand nicht bald behoben wird, bahnt sich eine wirtschaftliche Katastrophe an.

Gelegenheit macht Diebe

Leider hat sich während des Unwetters auch die hässliche Seite der Gesellschaft gezeigt. Skrupellose Verbrecher haben die Gunst der Stunde genutzt und sind ihren kriminellen Neigungen nachgegangen. So wurde in Dublin z. B. ein gesamter Lidl Supermarkt zerstört. Diebe hatten von einer benachbarten Baustelle einen Bagger gestohlen um den Safe aus dem Lidl Laden zu stehlen. Als sie versuchten mit dem Bagger in das Gebäude einzudringen, müssen die Gauner einen tragenden Teil des Gebäudes zerstört haben. Das gesamte Dach stürzte ein.

 

Dezenter Einbruchsversuch im Lidl

Nach dem gescheiterten Einbruch, haben einige Anwohner aus der Nachbarschaft den Laden geplündert.

Neben einer Schule für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, wo es die Räuber ganz besonders auf Computer abgesehen hatten, ist auch ein Juwelier ausgeraubt worden.

Das Wetteramt warnt

Das irische Wetteramt warnt. So sieht die Zukunft aus, heißt es. Heißere Sommer, kältere Winter, mehr Niederschlag und stärkere Stürme stehen für die Zukunft an. In den vergangenen 65 Jahren, ist der Niederschlag in Irland um 5% gestiegen und innerhalb der vergangenen 65 Jahren ist es im Schnitt 0,5 Grad Celsius wärmer geworden.

Aufgrund des milden Klimas auf der Insel, legen viele Tiere keinen Winterschlaf mehr ein. Dies kann bei Wetterkatastrophen wie diesen den Tieren das Garaus machen.