Am 6. Februar 1918 erhielten Frauen in Irland (als Bestandteil des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland) erstmals das Wahlrecht. Allerdings nicht alle. Die wählende Frau musste das 30. Lebensjahr vollendet haben und über Grundbesitz verfügen. Männer hingegen konnten bereits ab 21 Jahre wählen, bzw. mit 19 soweit sie im 1. Weltkrieg gekämpft hatten.

Es sollte bis zur Gründung des irischen Freistaates im Jahre 1922 dauern, bis Männer und Frauen gleichberechtigt zur Urne gehen durften. Im Vereinigten Königreich sollte dies erst 1928 umgesetzt werden.

Die Iren glauben das sie somit einer der letzten Staaten der entwickelten Welt seien, die ihren Frauen das Wahlrecht einräumten. Weit gefehlt.

1906 Finnland – 1990 Kanton Appenzell

Das letzte Land Westeuropas welches Frauen das Wahlrecht gewährte war 1984 Liechtenstein. Der schweizerische Kanton Appenzell hat seinen Frauen tatsächlich erst im Jahr 1990 das Wahlrecht eingeräumt und dies nur auf richterliche Anordnung. Denn bundesweit sollten die schweizerischen Eidgenossinnen “bereits” ab Februar 1971 zur Urne gehen dürfen.

Finnland war tatsächlich das weltweit erste Land, welches landesweit 1906 Frauen nicht nur das uneingeschränkte Wahlrecht gewährte, Frauen durften sich dort sogar zur Wahl stellen.
In Österreich wurde das Wahlrecht für Frauen Mitte November 1918 eingeräumt, wobei in Deutschland zwar das Wahlrecht für Frauen Ende November 1918 eingerichtet wurde, Frauen aber erst im Januar 1919 ihre Stimme abgeben durften.

In den USA gab es vereinzelte Staaten welche bereits im 19. Jahrhundert eingeschränkte Wahlrechte für Frauen gewährten, in den gesamten USA wurden Frauen jedoch erst 1920 das Stimmrecht für Präsidentschaftswahlen eingeräumt.