Momentan gibt es in Irland eine regelrechte Euphorie. Radiosender werden von Zuhörern in Form von Emails und SMS überflutet. Die Öffentlichkeit fordert das es für die Nutzung von Smartphones eine Altersbeschränkung geben soll. Laut einer Umfrage scheint für die meisten Erwachsenen 16 Jahre das richtige Alter zu sein.
Es wird bemängelt das Kinder suchtgefährdet sind. Kinder starren den ganzen Tag auf ihre Smartphones und nehmen ihre Umwelt gar nicht mehr wahr, klagen Eltern.

Erziehung statt Verbot

Smartphones gehören inzwischen zu unserer Zeit und werden nicht mehr verschwinden. Im Gegenteil, diese Geräte werden immer weiter entwickelt und könne, falls vernünftig eingesetzt, von sehr großem Nutzen sein.
Falls wir unseren Kindern tatsächlich die Nutzung von Smartphones bis zum 16. Lebensjahr untersagen, stellt sich die Frage wer den Kindern letztendlich beibringt sie vernünftig zu nutzen. Mit Sicherheit nicht die Eltern. Wer ein 16 jährigen Menschen im Haushalt hat, oder hatte, weiß das er oder sie sich nicht mehr sehr viel von Eltern beibringen lässt. Das richtige Alter Kindern den gewissenhaften Umgang mit einem solchen Gerät beizubringen liegt irgendwo zwischen elf und vierzehn Jahren. Wahrscheinlich haben die Eltern dieser jungen Menschen allerdings keine Zeit sich dieser Aufgabe anzunehmen, weil sie selber mit ihren Smartphones zu beschäftigt sind.

Der Umgang mit dem Smartphone, Playstation, X-Box oder gar Fernsehen, ist reine Erziehungssache. Kindern nicht beizubringen damit vernünftig umzugehen, solange man dazu die Gelegenheit hat, ist meines Erachtens eine Verletzung der Fürsorgepflicht als Erziehungsberechtigter.

Und wenn die Eltern schon einmal dabei sind den Kindern den vernünftigen Umgang mit Smartphones beizubringen, können sie vielleicht selber etwas dabei lernen.

Auch App Entwickler stehen in der Verantwortung

Ein Problem worauf Eltern keinen wirklichen Einfluss haben sind Apps welche ganz gezielt für Kinder entwickelt wurden und das Ziel verfolgen, Kinder an sich zu binden. Manche Apps haben ein Belohnungssystem, wobei ein Kind, soweit es eine gewissen Zeit aktiv ist Punkte bekommt. Kinder lieben so etwas. Ist ein Kind jedoch, sagen wir mal, 24 Stunden nicht im App aktiv, verliert es alle gesammelten Punkte. Das führt tatsächlich dazu das Kinder sich mit dem App beschäftigen müssen.
Auch Werbung wird über manche für Kinder entwickelte Apps geschaltet.
Hier stellt sich die Frage in wie weit der Gesetzgeber eingreifen kann.
Auch die App-Entwickler stehen in der Verantwortung.
Apps zu entwickeln, welche geradezu darauf aus sind deren Anwender (in diesem Fall Kinder) zum täglichen einloggen zu verführen ist fraglich.