91 Jahre nach Einführung des Alkoholverkaufs- und Ausschankverbotes sollen die Wirtshäuser Irlands am Karfreitag 2018 erstmals wieder Alkohol servieren dürfen. Auch die Läden dürfen dieses Jahr erstmals am Karfreitag Alkohol verkaufen.
1927 wurde per Gesetz der Verkauf und das ausschenken von Alkohol am St. Patricks Tag, Karfreitag und am ersten Weihnachtstag verboten.
1960 wurde dieses Verbot für St. Patricks Tag aufgehoben. Angeblich, um Touristen entgegen zu kommen.

Das Verbot für Karfreitag und den ersten Weihnachtstag blieb allerdings bestehen. Die Iren sind jedoch sehr ideenreich. Natürlich fanden sie immer wieder Möglichkeiten dieses Verbot zu umgehen.
Ausnahmeregelungen gab es z. B. für Hunde- oder Pferderennveranstaltungen und dort war am Karfreitag die Hölle los. Man konnte auch Alkohol in Zügen kaufen, soweit die Strecke über die Grenze einer Grafschaft führte. Züge waren zu Karfreitag oft voll besetzt.
Am Tag vor des jeweiligen “Trockentages” kam es traditionell zu regelrechten Hamsterkäufen. Auch wenn man überlicherweise keinen Alkohol im Haus hatte, so wurde am Gründonnerstag und Heiligabend kräftig Alkohol eingekauft. Es waren die Tage mit den höchsten Alkoholverkaufszahlen im Jahr. Getrunken wurde dann privat im Kreise von Familie und/oder Freunden.

Gegenargumente zum Aufheben des Verbotes

Es gibt immer noch Menschen, welche für die Aufrechterhaltung des Verbotes plädieren.

Die unabhängige Abgeordnete Maureen O’Sullivan ist der Meinung das man mit dieser Entscheidung falsche Signale setzt. “Wir haben ein riesiges Problem mit Alkohol auf dieser Insel und durch diese Lockerung der Gesetzgebung wird es nicht besser.” erklärte die Politikerin. “Anstatt das Verbot für Karfreitag aufzuheben, könnten wir noch mehr Karfreitage im Jahr gebrauchen” fügte sie hinzu.
Hier ist anzumerken das die Iren nicht mehr Alkohol konsumieren als Deutsche, Österreicher oder Tschechen, um nur einige zu nennen.

Auch der Abgeordnete Mattie McGrath ist gegen das Aufheben des Verbots. Karfreitag sei der einzige Tag im Jahr, wo Wirte einen freien Tag haben und wo viele von ihnen traditionell Renovierungsarbeiten getätigt haben, ist sein Argument zum Aufrecht erhalten des Verbots.
Mit anderen Worten ist Mattie McGrath der Meinung, dass es einer gesetzlichen Regelung bedarf damit ein Wirt einen freien Tag bekommt, bzw. seine Bar tapezieren kann.

Das letzte Wort liegt beim Präsidenten

Damit das Verbot offiziell aufgehoben wird, bedarf es nur noch der Unterschrift des irischen Staatspräsidenten Michael D. Higgins. Dies ist reine Formsache und wird innerhalb der nächsten Tage geschehen.