Im September 2015 sagte die irische Regierung der EU zu, insgesamt 4000 Flüchtlinge aus den Krisengebieten von Syrien, Jemen und anderen Staaten aufzunehmen. Im September 2017 zählten die irische Behörden 1272 dieser Menschen. In erster Linie handelt es sich bei den Schutzsuchenden um Mütter und Kinder, bzw. verwaiste Kinder. Für 2018 werden weitere 600 Flüchtlinge in der Republik Irland erwartet.

Zur Zeit hat Irland sein selbsternanntes Quotenziel knapp verfehlt. Das läge am komplizierten Verfahren der Sicherheitsüberprüfungen, so Minister Charlie Flanagan.

Versorgung

In Irland werden Asylanträger in Sammelunterkünften untergebracht. Das können Wohncontainer, ehemalige Hotels oder Jugendherbergen sein. In der Regel bewohnen Familienangehörige ein Zimmer, was teilweise zu Überbelegung führen kann. Sie teilen sich mit anderen Bewohnern Gemeinschaftsräume. Kochgelegenheiten bieten die wenigsten Einrichtungen.

Direct Provision (Direkte Versorgung)

Ein erwachsener Asylsuchender bekommt pro Woche 21,60€ Taschengeld und drei Mahlzeiten am Tag.
Mit Ausnahme von Dänemark und Irland, haben Asylsuchende in der EU inzwischen einen begrenzten Zugang zum Arbeitsmarkt. Irland hat dieses Abkommen nie unterschrieben. Somit dürfen diese Menschen sich nicht dem irischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Sie fühlen sich gesellschaftlich ausgegrenzt und haben keine Gelegenheit sich in die irische Gesellschaft zu integrieren.

Bald dürfen Asylanträger unter Umständen nach neun Monaten Aufenthalt arbeiten, die Entscheidungsfrist für Asylanträge liegt in Irland bei sechs Monate!

Momentan erwägt die irische Regierung, sich dem EU Abkommen für Richtlinien im Umgang mit Flüchtlingen anzuschließen. Dann dürften auch Asylsuchende in Irland auf Arbeitssuche gehen. Allerdings schwebt irischen Politikern zur Zeit vor, Flüchtlingen frühestens nach neun Monaten Aufenthalt eine Arbeitserlaubnis zu erteilen und dies nur in Bereichen, wo Arbeitgeber Probleme haben ihre freien Stellen zu besetzen. Da Irland auf dem Weg zur Vollbeschäftigung ist, dürfte es Flüchtlingen somit schwer fallen Arbeit zu finden, oder sie bekommen nur die Arbeitsplätze, die sonst niemand in der Gesellschaft verrichten möchte.

Sechs Monate Entscheidungsfrist

Irland nimmt seit vielen Jahren Flüchtlinge in begrenzten Mengen auf. Seit 2000 werden sie in den “Direct Provision” Zentren untergebracht. Laut irischer Gesetzgebung sollte innerhalb von sechs Monaten über ein Asylantrag entschieden werden. Die Erfahrung zeigt das die Bearbeitung dieser Anträge oft Jahre dauert und das viele dieser Menschen über mehrere Jahre in diesen Heimen untergebracht sind. Kinder die als Säuglinge nach Irland kamen, wurden in diesen Einrichtungen groß. Sie haben keine Chance auf eine freie Entfaltung. Auch die Eltern vereinsamen und werden nicht selten Depressiv.

In den Flüchtlingsheimen sind viele verschiedene Nationalitäten untergebracht. Auch hier kommt es zwischen den verschiedenen Kulturkreisen immer wieder zu Spannungen.

Die Situation in diesen “Lagern” hat bereits zu Selbstmorden geführt. Kürzlich erklärte ein Asylanträger das er in Erwägung zieht wieder in seine Heimat zurückzukehren, denn dieses unmenschliche Dasein sei nicht lebenswert.