Am 9. Januar 2017 ist der Stellvertretende First Minister für Nordirland, Martin McGuinness (Sinn Féin), zurückgetreten. Auslöser des Rücktritts war der “Ash for Cash” Skandal. Dieser Rücktritt führte Anfang März 2017 zu Neuwahlen. Die auf die Wahlen gefolgten Sondierungsgespräche zur Bildung einer “Nationalversammlung” in Belfast, haben bis heute noch keine Ergebnis mit sich gebracht. In einer Zeit, wo die Iren auf beiden Seiten der Grenze, sich große Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft Irlands nach Brexit machen, gibt es keine nordirischen Politiker die auf die Zukunft Nordirlands Einfluss nehmen.

Die Parteien welche vom nordirischen Volk den Auftrag zur Regierungsbildung erhielten, befinden sich seit jeher in einer Sackgasse.
Die DUP und Sinn Féin drehen sich bei den Verhandlungen im Kreis. Sinn Féin ist nicht bereit mit der DUP zusammenzuarbeiten. Grund: Sinn Féin fordert zunächst, dass die DUP Verträge, welche in der Vergangenheit geschlossen wurden, einhält. Dazu gehört unter anderem das die irische Sprache (gälisch) als eine Amtssprache anerkannt wird. Desweiteren besteht Sinn Féin darauf, dass Nordirland mit der Republik Irland gleichzieht und gleichgeschlechtliche Ehen zulässt.
Obwohl es auch noch weitere Streitpunkte gibt, stehen für Sinn Féin diese Themen im absoluten Vordergrund. Die DUP hat sich öffentlich dazu bekannt die gälische Sprache offiziell anzuerkennen, aber nicht im Rahmen einer Amtssprache, sondern im kulturellen Rahmen. Dies ist Sinn Féin nicht gut genug.

Der “Ash for Cash” Skandal, welcher ursprünglich zum scheitern der letzten Nationalversammlung führte, ist seit den Neuwahlen überhaupt nicht mehr zur Sprache gekommen. Während die Abgeordneten Nordirlands seit einem Jahr in ihren sturen Positionen verharren, erhalten sie nach wie vor und im vollen Umfang, ihre Gehälter. Viele Bürger sehen das als gut bezahltes Nichtstun.