Das irische Bildungswesen hat sich auch hier wieder von seiner besten Seite gezeigt. Weltweit wurde die Lesekompetenz von 11-jährigen Schülern ermittelt. Die Iren sollten sich tatsächlich weltweit unter den ersten vier Staaten wiederfinden. Wenn man das Ergebnis auf die EU beschränkt, ist Irland unantastbarer Meister.

Hier ist zu berücksichtigen, dass die Grundschule in Irland in der Regel mit dem 4. Lebensjahr beginnt. Das heißt das die 11-jährige Schüler Irlands den meisten ihrer europäischen Kontrahenten etwa zwei Jahre voraus sind.

 

 

Auszug aus dem Studienbericht "Deutschland im internationalen Vergleich"

Der Erfassung der Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern in IGLU liegt ein Modell zugrunde, das folgende drei Bereiche umfasst:

• Leseintentionen beziehungsweise das Lesen von literarischen und von Sachtexten,
• Verstehensprozesse, die beim Verständnis und der Verarbeitung der Informationen eines Textes eine Rolle spielen,
• Leseselbstkonzept, Lesemotivation und Leseverhalten.

Der in IGLU 2016 eingesetzte Lesetest erfasst die beiden erstgenannten Bereiche. Das Leseselbstkonzept, die Lesemotivation und das Leseverhalten der Kinder werden mit Hilfe eines Schülerfragebogens erhoben.

Trends in mittleren Leseleistungen im internationalen Vergleich Mit einem Leistungsmittelwert von 537 Punkten ergibt sich für Deutschland ein Rangplatz im Mittelfeld, der Mittelwert von Deutschland liegt etwa in der Höhe der Mittelwerte aus den Vergleichsgruppen EU (540) und der OECD (540), und Deutschland liegt gleichauf mit Österreich, der Slowakei, Slowenien und Tschechien.

Signifikant bessere Leistungen weist aber die große Mehrheit der EU-Staaten auf, nämlich Irland (567), Finnland (566), Polen (565), Nordirland (565), England (559), Lettland (558), Schweden (555), Ungarn (554), Bulgarien (552), Litauen (548), Italien (548), Dänemark (547) und die Niederlande (545). An der Spitze liegen die Russische Föderation (581) und Singapur (576). Ferner sind auch die Schülerinnen und Schüler in den Vereinigten Staaten von Amerika (549) signifikant erfolgreicher. Da eine Punktdifferenz von 40 annähernd dem Leistungszuwachs in einem Lernjahr entspricht (Hornberg, Bos, Buddeberg, Potthoff & Stubbe, 2007), ist der Abstand Deutschlands zu den Spitzenländern beträchtlich.

Quelle: www.kmk.org

Eltern tragen Verantwortung

Die Eltern Irlands werden bereits mit Schulbeginn in die Unterrichtung ihrer Kinder einbezogen. Nicht nur bekommen die Kinder Hausaufgaben, sondern auch die Eltern. Regelmäßig bekommen Eltern Material, mit welchem sie ihren Sprösslingen zu Hause unter die Arme greifen können.

Lesen ist hier von größter Bedeutung. Bettgeschichten gehören zur Norm. Auch der Gang zur Bücherei gehört für viele Iren zum irischen Alltag. Schüler marschieren regelmäßig geschlossen im Klassenverband zur Bücherei.