Als David Cameron vor einigen Jahren, mit einer riesigen Rechnung, aus Brüssel zurückkehrte war er wütend. Er erklärte er würde die britische Mitgliedschaft der EU durch ein Referendum prüfen lassen. Wahrscheinlich bereute er die Worte kurz nachdem er sie sagte.

Cameron reiste vor dem Volksentscheid nach Brüssel um den Status des Vereinigten Königreich in der EU neu zu verhandeln. Er kehrte nach London zurück und war recht zufrieden mit den Gesprächen. Doch es sollte nicht lange dauern bis Oppositionelle feststellten das die Aktion David Cameron nichts weiter als ein Medienstunt war, um ein Volksentscheid zu entgehen.

Cameron fühlte sich sicher. Doch er sollte sich irren. Die Briten stimmten, entgegen des Premierministers Erwartung, für Brexit.

Theresa May wechselte Seiten

Oder etwa doch nicht? Theresa May war ganz klar gegen einen Brexit. Nachdem sie das Amt des Premierministers übernahm war sie auf einmal dafür. “Brexit heißt Brexit, heißt Brexit” hat sie gesagt. Eine ganz klare Angstmacherei die hiermit ausgelöst wurde. May verhandelte angeblich mit der EU. Alles nur Augenwischerei.

Als May gefragt wurde ob sie vorgezogene Nationalwahlen in Betracht ziehen würde, lehnte sie das ganz konkret ab. Die Wahlen wurden vorgezogen.

Theresa May wusste das sie diese Wahlen nicht gewinnen konnte. 48% der Briten hatten gegen Brexit gestimmt. Diese Wähler würden sich nicht einfach zurücksetzen und diese Chance nicht ergreifen. Erwartungsgemäß gewann Theresa nicht eine “angeblich erwartete” Mehrheit.

Als nächstes geht May einen Pakt mit der nordirischen DUP ein. Die DUP hat zwar während des Brexit Wahlkampfes dafür gestimmt, aber die Mehrheit der Nordiren dagegen. Arlene Foster, die Vorsitzende der DUP Partei, muss sich in Nordirland profilieren. Ihre letzte Regierung ist aufgrund zweifelhafter Machenschaften gescheitert. Sie muss beweisen das sie die Führerin aller Nordiren sein kann. Somit ist der Verbleib des Vereinigten Königreiches in der EU von dieser Seite nicht vom Tisch.

Theresa May konnte es niemals zulassen das sie selber das britische Volk erneut zur Urne bittet. Sie braucht jemanden wie die DUP oder die Lib Dems um sie zu diesem erneuten Referendum “zu treiben”.

In der Zwischenzeit werden “Verhandlungen” zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU stattfinden, welche letztendlich dazu führen das die EU neu strukturiert wird und die Briten eine (wie sie schon immer wollten) bedeutendere Rolle spielen – entsprechend ihrer wirtschaftlichen Kompetenz. Die EU wird niemals wieder das sein was sie war, was vielleicht gar nicht so schlecht ist. Eines steht aber fest…

…Brexit wird es nicht geben.