Prostitution in Irland hat ein neues Gesicht. War Prostitution für Prostituierte und Freier seit langer Zeit ein Straftatbestand, so ist dies ab sofort nur noch für die Kundschaft der Fall. Mit einem neuen Gesetz, wird Prostitution für die Dienstleister dekriminalisiert, wobei der Käufer dafür angeklagt werden kann. Hier folgt man dem Beispiel von Schweden, Norwegen, Kanada und Island. Kritiker behaupten das dies das Problem der Prostitution nicht behandelt, sondern Prostitution würde weiter in den Untergrund getrieben. Auch die Polizei Irlands hat sich skeptisch geäußert. Man befürchtet das das Verhältnis zwischen den Behörden und den Sexarbeitern gestört werden könne. Angeblich hat die Gewalt gegenüber Prostituierten in Ländern mit ähnlicher Gesetzgebung zugenommen.

Für Irland stellt sich jedoch ein ganz anderes Problem. Die Iren wissen das Gesetze oftmals nicht umgesetzt werden. Hier hat man nun ein Gesetz erlassen, welches sich für die Befürworter des Gesetzes gut liest. Doch was hilft das beste Gesetz, wenn es nicht tatsächlich umgesetzt wird. Über Jahrzehnte hinweg, war die Bezahlung für Sex illegal. Vor Gericht hat man niemanden gezerrt. Tatsache ist auch, dass im Irland der illegalen Prostitution Prostituierte offen ihre Dienste auf zahlreichen Webseiten angeboten haben. Mit anderen Worten, illegale Prostitution musste sich nie vor den Gesetzeshütern verstecken – warum sollten sich auf einmal die Käufer verstecken müssen?