In Irland wird weitgehend behauptet das der Begriff Lynchjustiz irischer Abstammung sei. Eine der Geschichten geht wie folgt:

Eine der Gründerfamilien der Stadt Galway war die Familie Lynch. Diese Familie war traditionell die Richterfamilie der Stadt. Das Amt des Richters wurde von Generation zu Generation weitergereicht. Die Lynch’s waren dafür bekannt das sie Wert auf Zucht und Ordnung in ihrer Stadt legten.

Eines Tages soll der Sohnemann, als Beklagter, vor seinem Papa gestanden haben. Vorgeworfen wurde ihm Diebstahl, also ein minder-schweres Delikt. Der Vater war so empört darüber das der eigene Sohn die Familie in ein schlechtes Licht rückte und verurteilte ihn kurzerhand zum Tode. Der Henker der Stadt jedoch empfand das Urteil als total überzogen und weigerte sich es zu vollstrecken. Daraufhin soll der Vater selber Hand angelegt haben und daher, so die Galwegians, der Begriff Lynchjustiz.

Oder doch Amerika?

Die Amerikaner sind sich der irischen Fassung bewusst, behaupten jedoch das rein linguistisch die irische Version keinen Sinn ergibt. Eigentlich, so die Amerikaner, muss ein Faktor einer Lynchjustiz die Hinrichtung eines Menschen durch entweder eine Gruppe aufgebrachter Menschen erfolgen, oder ein Todesurteil muss durch eine nicht offizielle Instanz ausgesprochen werden. Also nicht durch eine juristisch akzeptierte Einzelperson  wie bei Vater Lynch in Galway. Im amerikanischen Bundestaat Virginia gab es im 18. Jahrhundert zwei Lynches. Charles und William. Keiner der beiden war juristisch berechtigt Todesstrafen auszusprechen, doch beide taten genau dies. Angeblich hätten beide Männer bei ihren Verurteilungen den Begriff Lynchjustiz benutzt. Später wurde dieser Begriff weltweit eingesetzt. Grundsätzlich bei der Hinrichtung Einzelner durch aufgebrachte Menschenmengen, ohne jegliches Gerichtsurteil.