Der Begriff Boykott fand seinen Weg in die internationalen Wörterbücher im Jahre 1880. Das war die Zeit des irischen Landkrieges. Als für einige Bauern in der irischen Grafschaft Mayo im Jahre 1880 die Ernte entweder ausfiel oder dermaßen schlecht war, dass sie kaum in der Lage waren ihre Familien zu ernähren, forderten die irischen Bauern einen Pachtnachlass von 25%. Der damalige Verwalter der Flächen, Captain Charles Boycott, bot lediglich 10% Pachtnachlass. Dies führte letztendlich dazu das nicht nur die betroffenen Bauern, sondern die gesamte Bevölkerung Charles Boycott mieden. Boycott fand kein Personal um seine Ernte einzufahren. Auch hatte er kein Personal mehr für seinen Haushalt. Sogar der Briefträger weigerte sich ihm die Post zuzustellen. Die Kaufleute der lokalen Läden verschlossen ihre Türen wenn sie ihn kommen sahen. Es ging soweit, dass man ihn noch nicht einmal mehr grüßte. Captain Charles Boycott wurde ausnahmslos isoliert.

Für seine Ernte fand Boycott letztendlich 50 Unionisten aus dem Norden Irlands. Auf dem Weg zu seinen Ländereien wurden sie von 1.000 Polizisten und Soldaten beschützt. Nicht das es zu gewalttätigen Übergriffen gekommen wäre – Boycott wollte nur auf Nummer sicher gehen. Zum guten Schluss waren die Kosten für die Ernte viel höher als der Ernteertrag selbst.

Der Begriff “boycott” (boykottieren) wurde umgehend gesellschaftsfähig. The Times war die erste Zeitung welche diesen neuen Begriff, am 20. November 1880, in einem Artikel benutzte. Von hier aus gab es kein Aufhalten mehr.