22 der 45 US Präsidenten hatten, mit Ausnahme von Bill Clinton, nachweislich irisches Blut in ihren Adern. Präsident Clinton besteht darauf das er irischer Abstammung ist, obwohl es bis heute nicht nachgewiesen ist. Er beruft sich auf den Mädchennamen seiner Mutter, welche ursprünglich den irischen Nachnamen “Cassidy” trug.

Nach Joe Biden hat nun auch Mike Pence, als Vize Präsident, irische Vorfahren. Eine Verbindung zwischen Irland und den USA gibt es immer irgendwo. Es gibt kaum einen Iren, der nicht Verwandte in Amerika hat.

Bei Donald Trump ist es alles ein wenig anders. Wenn man lange genug forschen würde, käme man bestimmt auch bei dem Präsidenten deutscher Vorfahren irgendwo auf irische Wurzeln.
Aber möchte man das? Wahrscheinlich nicht.
Hier reicht es bereits, dass Donald Trump ein Golfhotel in der Grafschaft Clare besitzt. Das ist genau die Region, wo auch die Vorfahren von Mike Pence herkamen. Pence war zwischenzeitlich schon dort und hat ferne Verwandte besucht.

Mit anderen Worten, auch bei der neuen US amerikanischen Administration gibt es amerikanisch-irische Verbindungen.

Die Menschen in Doonbeg, Sitz des Trump Hotels, haben sogar den Amtsantritt von Donald Trump in allen Ehren gefeiert. Der Ort wurde mit amerikanischen Flaggen geschmückt. Es wurde getanzt. Hier geht es nicht um den Präsidenten, hier geht es um den Arbeitgeber Donald Trump. Arbeitsplätze im ländlichen Irland sind rar und werden gepflegt. Da schaut man auch gerne mal über die eine oder andere Macke des Arbeitgebers hinweg.

Amerikanische Firmen in Irland

Irland erfreut sich seit Jahrzehnten über allerlei Investitionen amerikanischer Firmen. Diese Firmen sind nicht nur, aber mit Sicherheit auch, wegen den günstigen steuerlichen Verhältnissen Irlands vor Ort. Irland ist für die Amerikaner das Gateway nach Europa.

Präsident Trump hat jedoch bereits während des Wahlkampfes durchklingen lassen, dass er amerikanische Firmen im Ausland wieder nach Hause holen wird – falls nötig, mit Gewalt. Ähnliche Aussagen haben auch Obama und vorherige US Präsidenten gemacht. Getan hat es niemand. Die Amerikaner fühlen sich in Irland wohl. Sie haben nicht nur die besagten steuerlichen Vorteile, sondern sie verfügen über eine Vielfalt von jungen talentierten europäischen Arbeitnehmern. Arbeitnehmer die man so in den USA nie finden würden. Junge Menschen die ihre eigenen Märkte in ihrer eigenen Sprache von Irland aus bedienen können.
Produziert wird in Irland schon lange kaum noch etwas. Die Produktionsstätten dieser großen amerikanischen Unternehmen sind bereits vor Jahren, mit der EU Osterweiterung, in die Billiglohnländer der östlichen EU gewandert. In Irland bedient man den europäischen, aber auch den asiatischen und afrikanischen Markt, mit Kundendienst, technischer Unterstützung und Verkauf.

Falls Donald Trump diese Dienstleistungen tatsächlich nach Amerika holen möchte, muss er die Arbeitnehmer gleich mitbringen, denn so viele sprachliche Talente gibt es in den USA nicht.

Der umstrittene Trump in Irland

Natürlich haben auch die Iren die Skandale um den neuen US Präsidenten mitbekommen. Sie halten sich allerdings bedeckt. Es geht hier um eine Tradition. Eine amerikanisch-irische Freundschaft, die man sich nicht durch eine vorübergehende Präsidentschaft kaputt machen lässt. Die Iren mischen sich nicht in die Innenpolitik der Amerikaner ein. Das amerikanische Volk hat gewählt. Donald Trump ist das Ergebnis der Wahl. Es liegt an den Amerikanern das beste daraus zu machen. Alles andere ist bedeutungslos.