Wir werden die nächsten Monate und Jahre noch genügend über Brexit hören. In Irland gibt es zur Zeit sehr viel Angstmacherei. Über eine harte Grenze wird gesprochen. Die geteilte Insel wird erst mit Vollzug des Brexits entgültig geteilt, so heißt es. Großbritannien, seit je her der größte und wichtigste Handelspartner Irlands, wird Handelszölle und Tarife einführen. Der bedeutendste Markt für irische Produkte fällt letztendlich weg. Die negativen Möglichkeiten sind unendlich. Doch was ist mit der Kehrseite? Was ist mit den neuen positiven Gelegenheiten, welche sich mit dem Brexit für Irland eröffnen?

Einzige englischsprachige Region der EU

Mit dem Brexit, wird Irland gleichzeitig zur einzigen englischsprachigen Region der EU. Ganz besonders große internationale Investoren, legen viel Wert auf ein englischsprachiges Umfeld. Versicherungen, Geldinstitute und andere globale Investoren, welche derzeit in Großbritannien ansässig sind, um von dort den EU Markt zu bedienen schauen sich bereits in Irland nach Immobilien um.

Erweiterung des Handels-Horizonts

Wenn es um Handel geht, hat sich Irland traditionell schon immer an Großbritannien orientiert. Zu Zeiten der britischen Besatzung war der “Handel” eher einseitig – die Briten beuteten Irland aus. Nach der Unabhängigkeit Irlands, haben die beiden Länder bilaterale Handelsabkommen geschlossen, wie sonst keine Nationen Europas. Auch hat es zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich bereits lange vor der EU, ein Abkommen über eine freie Bewegung der Bürger gegeben. Grenzen zwischen Irland und Großbritannien gab es nur auf dem Papier. Bis in die 70er Jahre waren sogar das britische und irische Pfund miteinander gekoppelt.

Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Briten, aufgrund der Verwicklung Irlands mit Nazi-Deutschland, ein Handelsembargo verhängt, welches mitunter dazu führte das Irland zum Armenhaus Europas wurde.

Nachdem die Briten das Handelsembargo aufhoben, haben die Iren sich wieder brav den Briten handelstechnisch unterworfen.

Land in Sicht

Auf einmal, mit der Aussicht des Brexits, schauen sich die Iren um und merken, “hey, da ist ja noch ein Markt. Noch viel größer als der der Briten”. Das sie Mitglied der EU sind, wissen die Iren. Sie sind überzeugte EUler, doch merkt man erst jetzt das man diese Mitgliedschaft in Punkto Handel nie voll genutzt hat. Auch falls das Vereinigte Königreich als bedeutendster Handelspartner wegfallen würde, da draußen wartet ein riesiger, fast unergründeter Markt – die EU.

Qualität für den EU Markt

Die Iren haben mehr als Whiskey und Butter zu bieten. Schweinefleisch, Lammfleisch, Rindfleisch, Fisch etc., alles Produkte welche in erster Linie ins Vereinigte Königreich geliefert wird. Knapp 85% der gesamten landwirtschaftlichen Produktion Irlands wird exportiert. Warum nicht auf das europäische Festland? Die Produkte sind top. Qualität steht in Irland an oberster Stelle. Für Irland steht eine glänzende Zukunft an. Es bleibt spannend.