96% aller Grundschulen werden durch die Schirmherrschaft einer religiösen Einrichtung geführt. Über 90% aller Grundschulen werden aufgrund der mehrheitlich römisch-katholischen Bevölkerung durch die Schirmherrschaft der katholischen Kirche geführt.

Nicht nur gibt es in Irland keine Schulpflicht, sondern die Schulen sind momentan auch nicht verpflichtet ein Kind aufzunehmen. Schulen, welche durch eine kirchliche Schirmherrschaft geführt werden, behalten sich das Recht vor, lediglich Kinder ihrer jeweils eigenen Konfession aufzunehmen. Das führt dazu, dass Eltern ihre Kinder taufen lassen, nur um sicher zu stellen, dass die Kinder in der Schule ihrer Gemeinde aufgenommen werden.

Der irische Kultusminister, Richard Bruton, möchte dem jetzt ein Ende setzen. Seiner Auffassung nach, werden die in Frage kommenden Schulen durch Steuergelder finanziert und sollten somit auch allen Steuerzahlern zugänglich sein. Er macht die folgenden vier Vorschläge, wonach Schulen in Zukunft Kinder aufnehmen müssen.

  1. Einzugsgebiet

    Demnach wäre es einer Schule verboten Kinder der eigenen Religion welche außerhalb eines gewissen Einzugsgebietes kommen, gegenüber Kinder anderer oder keiner Religion zu bevorzugen, welche aus der näheren Umgebung stammen.

  2. Nähe der Schule zum Wohnort

    Nach diesem Prinzip dürfen zukünftig Schulen nur noch den Kindern ihrer eigenen Religion Vorzug gewähren, wenn die jeweilige Schule die nächstliegende im Bezug auf Religion und Wohnort des Kindes ist.

  3. Quoten

    Nach diesem System dürften Schulen eine gewisse Anzahl von Schulplätzen zur Seite stellen, welche ausschließlich für Kinder ihrer Religion zugänglich sind.

  4. Ein Verbot Religion als Aufnahmekriterium zu verwenden

    Demnach dürfen Schulen keinerlei Religion oder Konfession mehr als Aufnahmekriterium zugrunde legen.

Rücksprache mit dem Volk

Bevor einer dieser Vorschläge umgesetzt werden kann, wird es eine Rücksprache mit dem Volk geben. Hierbei sollen verschiedene Auswirkungen ermittelt werden.

Es ist unklar wie lange der Prozess der Rücksprache dauern wird. Der Minister ist sich im Klaren, dass es sich hier um keine leichtfertige Angelegenheit handelt. Eine falsche Entscheidung könnte dazu führen, dass religiöse Minderheiten, so wie Protestanten, Juden oder Moslems, bei der Führung ihrer Ethos-orientierten Schulen benachteiligt werden.