Es gibt mit Sicherheit schöneres als sich als Reiseleiter mit verlorenen Gegenständen herumschlagen zu müssen. Bei manchen Reisen passiert es tatsächlich das gleich mehrmals etwas innerhalb einer Woche in Hotels zurück bleibt. Dann beginnt die Telefoniererei. Falls die Verlustsache gefunden wurde, muss sie natürlich auch zu dem rechtmäßigen Eigentümer geschickt werden. Also heißt es den Gegenstand zu verpacken und das ganze bei der Post aufzugeben. Aus diesen Zeilen ist nicht herauszulesen, wie zeitaufwendig und kostspielig das ganze tatsächlich ist. Zeit ist ohnehin etwas wovon man als Reiseleiter nie genug hat. Diese dann dazu zu verwenden, in Hotels zurück gelassene Gegenstände aufzufinden und weiterzuleiten, ist natürlich nicht die Art wie man seine freie Zeit verbringen möchte.

Hotels sind in solchen Fällen oftmals nicht einfach im Umgang. Ich hatte vor kurzem einen Fall, als mir eine Dame mitteilte das sie eine weinrote Jacke in der Bar des Hotels liegen gelassen hätte. Ob ich mich darum kümmern könne. Natürlich kümmere ich mich darum. Ich rief beim Hotel an. Die Abteilung, zuständig für Fundsachen, war zur Zeit meines Anrufes nicht besetzt. Sie würden mich zurück rufen hieß es. Das ist immer sehr schwierig, denn als Reiseleiter kann ich während Führungen nicht einfach Telefongespräche entgegen nehmen. Aber das ist genau die Zeit, wann solche Anrufe eingehen. Während Vorträgen oder Führungen. Nachdem das Hotel mich mehrere Male versuchte anzurufen, ich aber den Anruf nicht entgegen nehmen konnte und auf meine Anrufe kein Ansprechpartner des Hotels zur Verfügung stand, leitete ich den Vorfall an die Reiseagentur weiter. Endlich bekam ich einen Anruf von der Agentur. Anscheinend hatte man tatsächlich eine weinrote Jacke gefunden. Es ginge jetzt darum, die Jacke korrekterweise zu identifizieren, sodass sie nicht an die falsche Person geschickt würde. Ob ich wüsste ob die Jacke über Knöpfe oder einen Reißverschluss verfüge war die Frage. Da ich diese Frage nicht beantworten konnte musste ich den Gast ausfindig machen um des Rätsels Lösung zu bekommen. Knöpfe war die Antwort. Ich informierte die Agentur. Doch anscheinend war diese Antwort nicht wirklich Beweis genug. Ich wurde gefragt ob die weinrote Jacke welche tatsächlich Knöpfe hatte aus einem eher dünnen oder dicken Material sei. Ich dachte die wollten mich auf den Arm nehmen. Ich machte wieder die Kundin ausfindig, welche bereits am Flughafen eingecheckt hatte. Ein dünnes Material war die Antwort. In der Annahme das nun endgültig bewiesen sei, dass die gefundene weinrote Jacke, welch aus einem dünnen Material bestand und über Knöpfe verfügte, tatsächlich der Kundin gehörte rief ich wieder die Agentur an. Ich musste feststellen das es noch eine Frage zu beantworten gab. Ob die aus dünnen Material mit Knöpfen versehene weinrote Jacke über ein Etikett verfügte, oder ob es entfernt worden wäre. Ich dachte echt das die mich verars*hen wollten. Die Kundin war auf dem Weg zum Flieger. Es gab keine Möglichkeit mehr sie zu verhören. Ich bat die Mitarbeiterin der Agentur darum zu ermitteln ob das Etikett vorhanden sei oder nicht und entsprechend zu lügen. Ich weiß das das böse von mir war, aber mal ehrlich, wie viele weinrote Jacken mit Knöpfen aus einem dünnen Material bestehend haben die an dem besagten Abend in der Hotelbar denn gefunden?