Für mich ist die Grafschaft Clare entlang der Westküste Irlands ein ganz besonderes Fleckchen Erde.

Woran denkt man wenn man an die Grafschaft Clare denkt? Ich schätze mal mit Sicherheit an die Cliffs of Moher, das Burrengebiet, Lisdoonvarna, den Flughafen sowie den Fluss Shannon, Bunratty Castle und und und. Die liebliche Region entlang der Westküste Irlands, gelegen zwischen Kerry und Galway ist eine der verträumtesten Landstriche dieser grünen Insel.

Das satte, saftige Grün der Wiesen. Die schroffen Klippen der Küste. Der tobende dunkle und manchmal auch türkise Atlantik. Die endlos vielen Kühe, welche aussehen als seien sie gerade mit Perwoll gewaschen worden. Esel die auf den Weiden vor sich hin grasen. Das ist Clare. Männer mit Vollbart, bekleidet mit gestrickten Wollpullovern und die rothaarigen, mit Sommersprossen versehenen Kinder die herumtollen – das ist das Irland das jeder sucht. Das ist Clare. Wenn man Irland besucht und nicht in der Grafschaft Clare war, dann war man nicht in Irland. Das sind meine Worte.

Hier ein paar Höhepunkte der Grafschaft

Cliffs of Moher

Cliffs of Moher

Die Cliffs of Moher

Diese Klippen erstrecken sich über eine Länge von etwa acht Kilometern zwischen Doolin und Liscannor. Sie erreichen eine Höhe von bis zu 214 m. Mit über einer Millionen Besucher, gehören die Cliffs of Moher zu den meist besuchten Punkten Irlands. Die Klippen selber sind unter anderem das Ergebnis der gewaltigen Erdplattenverschiebungen, welche vor etwa 450 bis 600 Millionen Jahren stattgefunden haben, als zwei Inseln zu einer Insel wurden. Willy Brandt sagte einmal “was zusammen gehört, dass wächst zusammen”. Hier in Irland war das tatsächlich so.

Das Burrengebiet

Beim Burrengebiet handelt es sich um ein über 1.000 m² großes Kalksteinplateau. Vor etwa 125 Mio. Jahren war dieses Plateau Meeresgrund. In diesem einzigartigen Gebiet gibt es über zweieinhalb Tausend verschiedene Pflanzen. Exoten wie Orchideen und Enzian gedeihen glücklich nebeneinander. Unterhalb des Kalksteinplateaus gibt es Flüsse und Seen, welche sich bei ergiebigen anhaltenden Niederschlägen durch das poröse Kalkstein an die Erdoberfläche drücken. Diese vorübergehenden Seen und Flüsse welche genauso mysteriös verschwinden wie sie entstanden sind, nennt man Turloughs. Turlough ist auch ein beliebter Männername. Das Burrengebiet lädt geradezu zum Wandern ein. In Fanore gibt es auch einen Campingplatz, direkt am Meer, versteckt zwischen Dünen.
Der Höhepunkt des Burrengebiet liegt zwischen den Ortschaften Kinvara (Grafschaft Galway) und Lisdoonvarna.

Lisdoonvarna

Poulnabrone Portal Tomb

Poulnabrone Portal Tomb

Lisdoonvarna ist der einzige Kurort der Republik Irland. Das in der schwefelhaltigen Quelle entspringende Wasser wird auch heute noch zu medizinischen Zwecken genutzt. Der Ort verfügt über einen Kurgarten samt Kurhaus.
Die Ortschaft ist auch für das weltbekannte Verkupplungsfest (Matchmaking Festival) bekannt. Fünf Wochen tanzt dort der Bär. Die letzte Woche im August und den gesamten September lang finden sich “alleinstehende” Menschen ein, um einen Partner fürs Leben zu finden. Es gibt Verkuppler wo man sich registrieren kann. Diese “Agenten” helfen einem einen Deckel für den Topf zu finden.
In Lisdoonvarna gibt es viele Möglichkeiten zu übernachten. Ein Großteil der Ortschaft gehört der Familie White. Die meisten der Hotels werden von dieser Familie geführt.

Shannon (Fluss)

Eine nicht unerhebliche Lände des Shannons fließt durch die Grafschaft Clare. Es ist der Shannon welcher die Grenze zwischen den Grafschaften Kerry und Clare bildet. Man kann den Shannon in der Nähe der Mündung per Fähre überqueren. Die Fähre fährt im regelmäßigen Takt zwischen Killimer (Clare) und Tarbert (Kerry).

Shannon (Flughafen)

Der Flughafen Shannon ist einer der bedeutendsten Transatlantik Flughäfen Europas. Der Betrieb wurde im Jahre 1945 aufgenommen. Shannon war weltweit der erste Flughafen, welcher Duty Free angeboten hat.

Bunratty Castle

Bunratty Castle

Bunratty Castle

Bunratty Castle wurde im 15. Jahrhundert von der McNamara Familie gebaut. Die Festung ist ein typisch irisches Turmhaus, so wie es hunderte von ihnen in der Landschaft Irlands gibt. Mitte der 50er Jahren wurde die einstige Ruine jedoch wieder hergerichtet und dient nun seit vielen Jahren als Touristenattraktion. Innerhalb des Gemäuers gibt es regelmäßige Führungen, welche unter anderem auch auf Deutsch angeboten werden. Auf dem Gelände der Festung gibt es auch ein sehr großzügiges Freilichtmuseum. Viele, unter anderem mit Schilf gedeckte Hütten, dienen als Anschauungsobjekte um sich ein Bild darüber zu machen, wie die Menschen in dieser Region zur Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) lebten.  Auch ein nachgebautes Dorf, samt Schule, Post, Pub etc, gibt es zu bestaunen. Die Burg selber bietet allnächtliche Ritteressen an. Dort isst man zünftig wie zu Zeiten des 15. Jahrhunderts. Trinkt Honigwein und lauscht mittelalterlicher Musik.

Doolin

Doolin ist ein kleiner verträumter Hafen. Von dort aus kann man mit der Fähre zu den Aran Inseln übersetzen. Falls man das nicht möchte, kann man mit dem Fährunternehmen auch entlang der Cliffs of Moher tuckern. Nicht selten sieht man bei diesen Bootsfahrten Wale oder Delfine. Im Bereich von Doolin lebt auch seit einigen Jahren ein wilder Delfin namens Dusty. Dusty kam, sah und blieb und gehört heute zur Familie. Oftmals sieht man Doolin vom Ufer aus. In Doolin gibt es auch zahlreiche Pubs wo man sehr gut essen kann. Auch traditionelle irische Musik wird dort regelmäßig geboten. Doolin lädt auch zum übernachten ein. Ob Hotel, B&B oder Jugendherberge – es ist für jeden Bedarf etwas vorhanden.

Poulnabrone

Bei dem Poulnabrone Monument handelt es sich um eine etwa fünfeinhalb Tausend Jahre alten Kultstätte. 1985 hat man dort bei Ausgrabungen menschliche Überreste von etwa 22 Menschen gefunden. Es handelt sich hier um etwa fünf (es waren wohl einmal sieben) stehende Steine mit einer tonnenschweren Deckplatte versehen. In Deutschland würde man dieses Monument “Hünengrab” nennen. Bei diesem Monument gibt es keinerlei Besucherzentrum oder Toiletten. Es gibt einen großzügigen Parkplatz, dass war es aber auch.

Tagesausflüge

Die Grafschaft Clare bietet die Möglichkeit stundenlang durch die Landschaft zu fahren. Es gibt viele nette kleine Straßen die man gemütlich befahren kann. Immer wieder muss man den Wagen halten um die einzigartigen Eindrücke zu verarbeiten oder fotografisch mitzunehmen.