Clifden ist eine etwas über 2.000 Einwohnern zählende  kleine Ortschaft am Rande Connemaras. Dir Ortschaft ist tatsächlich die Hauptverwaltung der Region. Wenn man bedenkt, dass Connemara wahrscheinlich die Hochburg der irischen Sprache ist, fällt es auf, dass gerade in Clifden es viele Briten gibt.

Die Entstehung

Heute würde man einen Mann namens John D’Arcy als den Gründer der Ortschaft nennen. D’Arcy lebte ab 1812 im Clifden Castle und sprach oft von einem Hafen und einer dazu gehörenden Ortschaft. Es war sein Traum. Jedoch fehlte John das Geld. Es sollte bis 1820 dauern, bis dieser Traum tatsächlich verwirklicht werden konnte. 1820 sollte wieder einmal die Kartoffelernte ausbleiben. Die Kartoffel war das Grundnahrungsmittel der katholischen Iren, welche somit täglich ums Überleben kämpften. Mit anderen Worten, Arbeitskräfte waren wieder einmal äußerst billig zu haben. Bis 1839 ist Clifden, mit 1.100 Einwohnern, zu einer vibrierenden Ortschaft geworden. Aus dem Nichts entstanden fast 200 Häuser, teilweise zweistöckig. Im Ort gab es sogar eine eigene Schnapsbrennerei, eine Polizeidienststelle, einem Gerichtsgebäude, zwei Hotels, zwei Kirchen und sage und schreibe 23 (!) Pubs. 1845, mit der großen Hungersnot, welche ebenfalls durch ausfallende Kartoffelernten hervorgerufen wurde, verkam Clifden regelrecht.

Marconi

Erst am 1905, mit Marconi’s Bau seines Radiosenders fand Clifden wieder Ruhm und somit einen Platz auf der Landkarte. Im Jahre 1907 wurde von Clifden aus, über Marconi’s Sender das erste drahtlose Signal von Europa nach Nordamerika übermittelt. Zu Glanzzeiten arbeiteten im Sender 200 Menschen. Einer der Mitarbeiter war ein Mann namens Jack Phillips, welcher als Funkchef 1912 auf der Titanic ums Leben kam.

Marconi war übrigens mit einer Dame des irischen Jameson Clans verheiratet. Das brachte den Erfinder nach Irland.

Alcock and Brown

Am 15. Juni 1919 bruchlandeten Alcock und Brown in einem Moor in der Nähe von Clifden. Der Crash sollte eigentlich eine geplante Landung sein, doch Kapitän Alcock hatte das Moor mit einem Feld verwechselt. Somit sind Teile des Doppeldeckers beim Landen im weichen Torf versunken und wurden somit zerstört. Alcock und Brown marschierten zu Fuß in das nahe gelegene Clifden. Schaulustige demontierten währenddessen das Flugzeug und nahmen Teile als Souvenirs mit nach Hause. Ein nicht so prickelndes Ende des weltweit ersten Transatlantischen Fluges.

Clifden heute

Heute lädt Clifden zum verweilen ein. Es gibt viele nette kleine Läden, wo man stundenlang stöbern kann. Auch nette kleine Cafés und Pubs gibt es, wo man sich nach Herzenslust kulinarisch verwöhnen kann. Clifden verfügt auch über eine ganze Reihe von Bed and Breakfasts und Hotels. Das Dorf hat stellt ein typisch irisches Ortsbild, welches zum Fotografieren einlädt.