Die grüne Insel. Irland, die Insel der Regenbögen, Elfen und grünen Wiesen. Eine Insel mit einem richtigen Volk und echten Problemen. So wie jedes andere Land auch. Für viele Menschen außerhalb dieser Insel ist es schwer nachvollziehbar das sich die Iren mit Problemen herumschlagen, wie sie selber auch.

1600 Kinder in Notunterkünften

Die Obdachlosigkeit Irlands hat Ausmaße angenommen, wie sie von manchen Organisationen bereits vor Monaten vorausgesehen wurde. In den ersten acht Monaten in 2015 ist die Obdachlosigkeit in Irland um 76% gestiegen. Die überwiegende Mehrheit der Obdachlosen leben in Dublin und der Rest ist überwiegend auf andere größere Gemeinden bzw. Städte aufzuteilen. Obdachlosigkeit scheint ein Problem der Anonymität zu sein.

Im ländlichen Irland achtet man noch aufeinander. Allein in Dublin leben 1600 Kinder in Notunterkünften. Meist in Hotelzimmern. Man ist füreinander da, man fängt sich gegenseitig auf. Im ländlichen Irland steht nach wie vor die Familie im Mittelpunkt. In den Städten hingegen gibt es eine regelrechte Armut, wie man sie so gebündelt selten sieht. Viele Städte verfügen über regelrechte Armenviertel. Gettoähnliche Verhältnisse herrschen dort. Vororte, wo Häuser des sozialen Häuserbaus verbarrikadiert sind, wo Pferde in den Gärten und Grünflächen grasen, wo ausgebrannte Fahrzeuge am Straßenrand stehen, wo Autoreifen vor sich hin brennen. Das ist das moderne, städtische Irland.

126 neue Obdachlose im Januar

In Dublin hat man im Januar 2016 126 neue obdachlose Bürger registriert. Eine kürzlich vorgenommene Erfassung hat ergeben, dass in Dublin in einer beliebigen Nacht im Schnitt 90 Menschen in den Straßen übernachten.

Obdachlose wurden erstmals im Jahre 2011 im Rahmen der Volkszählung erfasst. Das heißt aber nicht das die Regierung durch die damaligen Zahlen beeindruckt gewesen wäre. Anstatt für mehr sozialen Wohnraum und/oder mehr Sicherheit auf dem privaten Mietmarkt zu sorgen, haben sie den Kopf in den Sand gesteckt und so getan als wäre nichts.

Etwa 20% der Bevölkerung lebt in Armut

Ganz offiziell geht etwa jedes 5. Kind hungrig ins Bett und jedes 5. Kind geht hungrig zur Schule. Das ist kein Phänomen der Wirtschaftskrise, sondern dies ist eine Situation die sich seit Jahrzehnten wiederholt. Es sind die Vergessenen des Volkes. Oft sind schon ihre Eltern und Großeltern Opfer von Armut gewesen.

Der Grund

Der Grund der Obdachlosigkeit ist mit Sicherheit die Tatsache das es momentan zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt. Die ausgehende Regierung hat es versäumt sozialen Wohnraum für die rasant anwachsende Bevölkerung zu schaffen. Der Grund der Armut ist ein Erbe, welches von Regierung zu Regierung weitergegeben wird. Es ist ein Teufelskreis, aus welchem es nur sehr schwierig ist auszubrechen. Manche Zungen behaupten, dass die Ärmsten der Armen Irlands durch überzogene Sozialleistungen ruhig gestellt werden. Doch das ganze Geld in der Welt kann diesen Menschen nicht helfen, wenn sie nicht wissen wie man mit dem Geld umgeht.

Oft spielt auch Alkohol- bzw. Drogensucht eine Rolle. Es gibt keine ernst zunehmenden Anlaufstellen, welche diesen Menschen einen Ausweg aus ihrer Sucht verschaffen. Oft gibt es monatelange Wartezeiten und wenn man es tatsächlich schafft eine Therapiestelle zu ergattern, fehlt es meistens an der nachfolgenden Betreuung.