Es passiert nicht oft, aber es passiert. Es gibt tatsächlich Menschen, welche in den Urlaub reisen und genau wissen das sie danach einen Entschädigungsanspruch geltend machen. Ganz besonders, wenn man sich als Reiseleiter so richtig ins Zeug gelegt hat, um den Gast die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten, tuen solche Anträge sehr weh.

EU-Norm

Ich habe schon erlebt, wie bei der Abreise ein Gast mir seine Kamera in vor die Nase gehalten hat und mir einen Film vorspielte.
Dort kniete seine Frau vor einer Toilette. Zwischen den Händen spannte sie ein Maßband. Der Gast kommentierte den Film und sagte “hier ist ganz klar zu erkennen, dass die Höhe der Toilette nicht der EU-Norm entspricht.”
Mal ganz ehrlich – hat man da noch Worte?

Verwirrt

Ein anderes Mal habe ich erlebt, wie eine Mitreisende ganz zerstreut herum gerannt ist und ihre Kamera gesucht hat. Eine Freundin von ihr erinnerte sie daran einmal in der Toilette des Restaurants zu schauen, ob sie sie dort vielleicht vergessen hat und siehe da, genau dort hat sie sie gefunden. Als nächstes kam die Mitreisende wieder zu mir und meldete das ihre Kamera gestohlen sei. Ich fragte sie wo sie sie das letzte mal gesehen hat und sie erklärte mir im Restaurant des Hotels. Ich ging mit ihr zum Restaurant und sie zeigte mir wo sie saß. Über der Stuhllehne baumelte eine Kamera. Das war ihre. Etwa zehn Tage nach ihrer Abreise erhielt ich ein Email von einer Versicherungsagentur, welche mich bat einen Kameradiebstahl der Kundin zu bestätigen. Da ich keinen Diebstahl miterlebte, musste ich dies ablehnen und erklärte der Versicherungsgesellschaft das die Kundin ständig glaubt das ihre Kamera gestohlen sei, dies aber nie so war.

Beängstigend

Manchmal, ganz besonders wenn es regnet oder sehr kalt ist, stehe ich kurz vor der Weiterfahrt mitten im Bus und warte auf die Gäste. Eines Tages stehe ich dort wieder einmal und eine Mitreisende besteigt den Bus und schimpft das Mitten in der Nacht Geld aus ihrem Zimmer gestohlen wurde. Ich stand dort und hörte das ganze und bat um Einzelheiten. Denn nachts im Hotelzimmer beraubt zu werden ist doch schon etwas äußerst ernstes. Sie erklärte mir, dass sie eine gewisse Summe Geld im Geldbeutel hatte und als sie heute Morgen nachschaute, war ein Großteil dieses Geldes verschwunden und die restlichen großen Scheine seien auch nicht so im Geldbeutel gewesen wie sie hätten sein sollen. Ich hinterfragte die ganze Sache und es stellte sich heraus, dass die Diebe angeblich nur etwas Geld aus dem Geldbeutel genommen hatten. Wahrscheinlich um keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ich stand da und hab das alles nicht verstanden. Ich bin schon lange als Reiseleiter in Irland unterwegs, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Die Frau machte die gesamte Gruppe verrückt. Sie war wirklich der Meinung, dass in der Nacht, sich jemand Zutritt zu ihrem Zimmer verschaffte (welches sie mit ihrem Mann teilte) und sich etwas Geld aus ihrem Geldbeutel nahm. Gegen Mittag kam sie dann zu mir und entschuldigte sich mehrmals. Sie hatte die Scheine wohl in ein anderes Fach des Geldbeutels gesteckt und dies vergessen. Ich nahm dann das Mikrofon und klärte dieses Missverständnis auf, denn ich wollte nicht das Gäste verunsichert sind und denken das man sie nachts beklaut. Das wiederum hat sie als Vertrauensbruch gesehen und meinte, dass ich das nicht der Gruppe erzählen hätte dürfen und das sie jetzt ganz dumm da stünde. Mal ganz ehrlich, ich hatte Angst das die irische Nation ganz bös dastehen würde, hätte sich dieses Missverständnis nicht aufgeklärt.

Ich könnte stundenlang weiter erzählen, doch ich glaube Sie haben eine Idee wovon ich rede.