Eine soziale Revolution nannte Leo Varadkar, der irische Gesundheitsminister, die Tatsache das die Iren als weltweit erste Nation per Volksentscheid gleichberechtigte Ehen zulassen. Etwa 63% der Iren stimmten für, während etwa 37% gegen die Änderung der irischen Verfassung stimmten.
Enda Kenny, der irische Premierminister sprach von einer ungeheuerlichen Anteilnahme der Bevölkerung. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 70%. Ganz besonders viele junge Menschen haben sich bereits vor 7 Uhr morgens in Schlangen vor die Wahllokale gestellt. Die hohe Wahlbeteiligung ist ganz besonders interessant, da gleichgeschlechtliche Ehen direkt nur einen ziemlich geringen Teil der Bevölkerung betrifft. Mit anderen Worten haben die heterosexuellen Iren viel Wert darauf gelegt, ihren homosexuellen Landsleuten die Stange zu halten.

Vom Straftatbestand zur Ehe

Wenn wir bedenken das bis 1993 Homosexualität ein Straftatbestand war, ist es umso bemerkenswerter das die irische Gesellschaft bereits soweit ist, den homosexuellen Mitbürgern gleiche Rechte einzuräumen wie sie heterosexuellen Bürgern zustehen. Seit fünf Jahren gab es für homosexuelle Paare in Irland eine eheähnliche Beziehung. Diese Art der, rechtlich anerkannten, Beziehung war jedoch keine Option für heterosexuelle Paare – hier galt es entweder man ist verheiratet, oder man ist es nicht. Auch hier gab es Handlungsbedarf.

Alles ist gut

Das Lager der Gegner hat inzwischen den Gewinnern des Volksentscheides gratuliert und betont das es ihnen nie um eine Ausgrenzung homosexueller Menschen ging, sondern lediglich um den Schutz der Familie, so wie man sie bisher kannte. Der römisch-katholische Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin sprach von einem Realitätsprüfung, welche von der katholischen Kirche durchgeführt werden muss. Er meinte, dass die Haltung der Kirche, die Kluft zwischen der Kirche und ganz besonders jungen Menschen immer weiter ausbaut.