Die Iren stehen vor der Wahl. Am 22. Mai gehen sie zur Urne und sollen entscheiden, ob gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen. Mit einer Ja-Stimme wären gleichgeschlechtliche Paare heterosexuellen Paaren gleichgestellt. Ganz ehrlich, ich bin zu Beginn der Kampagne davon ausgegangen das das alles nur proforma ist und das es mit Sicherheit ein Ja sein würde. Doch dann kam eine Welle der Neinsager, welche regelrechte Angstkampagnen starteten. Sie reden von den Rechten der Kinder, sie reden von Leihmutterschaft und sie drohen damit das die Familie, so wie wir sie kennen, bald ein Sache der Vergangenheit sein wird. Die Tatsache das es um die gesellschaftliche Gleichstellung verschiedener Partnerschaften geht, ist dabei etwas untergegangen. Trotzdem habe ich gehofft das die Iren stark genug sind um diese Kampagnen der Neinsager zu durchschauen und entsprechend abzustimmen.

Überwältigend

In den letzten Wochen sehen wir dann auf einmal eine Flut von gleichgeschlechtlichen Paaren die durch die Ortschaften Irlands schlendern. Händchen haltend und in manchen Fällen, wild küssend. Daran sollte eigentlich auch nichts auszusetzen sein, aber Tatsache ist, dass es das bis jetzt nicht gegeben hat. Ich frage mich, ob diese Pärchen sich darüber im Klaren sind, dass sie die Öffentlichkeit vielleicht etwas überwältigen. Diese brutale Konfrontation mit der Realität könnte dazu führen das unentschiedene, oder gar Jasager, zur Neinsager Front treiben. Ich sage nicht das gleichgeschlechtliche Paare nicht Händchen halten sollen, oder das sie sich in der Öffentlichkeit nicht küssen sollten. Ich denke nur, dass man es langsam angehen sollte. So hat man sich bis jetzt in der Öffentlichkeit nicht verhalten, warum also jetzt übers Knie brechen. Die Allgemeinheit sollte sanft mit der neuen Realität angefreundet werden.