Old Mellifont Abbey ist vielleicht die bedeutendste Stätte des Christentums im Irland des 12. Jahrhunderts.

Bis ins 12. Jahrhundert hatte Irland eine freie Kirche. Die Klöster Irlands waren nicht strukturiert, so wie man es auf dem europäischen Festland kannte. Jedes irische Kloster hatte eigene Regeln. Bis ins 12. Jahrhundert wurden viele irische Klöster von Männern wie von Frauen bewohnt und bewirtschaftet. Nicht selten waren es Ehepaare die die Klöster führten.

Ankunft der Zisterzienser

In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gab es einen Erzbischof von Armagh, namens Malachias. Armagh war seinerzeit und ist auch heute noch der Sitz der irischen Kirchen. Malachias empfand die fehlende kirchliche Struktur in irischen Klöstern als störend. Er empfand das das Leben in den irischen Klöstern sich immer weiter von der Spiritualität entfernte und teilweise sündhafte Züge annahm und teilweise korrupt waren. Malachias sah sich auf dem kontinental europäischen Festland um. Auf einer Reise nach Rom, kehrte er in einem Zisterzienser Kloster in Clairvaux (Frankreich) ein. Er war äußerst beeindruckt von deren Hingabe und der Führung des heiligen Bernhards von Clairvaux und “verliebte” sich in die Strukturen und Ordnung der Zisterzienser. Er lud die Zinsterzienser ein in Irland ein Kloster zu gründen. Im Jahr 1142 taten diese das auch mit Melifont. Die Zisterzienser waren der erste römisch-katholische Orden, welcher sich in Irland nieder ließ. Malachias wurde im Jahre 1190 heilig gesprochen. Auch heute noch sagt man Malachias nach, dass er Irland für die kirchliche Reform des 12. Jahrhunderts vorbereitete. Mit der Ankunft der Zisterzienser sollten andere römisch-katholische Orden folgen und dies führte letztendlich dazu, dass sich die freie irische Kirche sich Rom anschloss, oder wie manche sagen würden, sich Rom unterwarfen.

Schließung

Mir der Kirchenreform in England, wurde Mellifont Abbey 1539 geschlossen. Die Gemäuer wurden neuen Zwecken zugeführt, bevor die Steine zum großen Teil abgetragen wurden um neue Gebäude zu bauen. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Kapitelhaus wurde zum Schweinestall umfunktioniert. Skandalös mag man denken, aber diesem Umstand haben wir zu verdanken, dass dieses Gebäude tatsächlich noch vollkommen erhalten ist.

Im Jahr 1603 wurde der Vertrag von Mellifont geschlossen, welcher das Ende des 9-jährigen Krieges zur Folge hatte.

1690, während der legendären Schlacht am Boyne, nutzte Wilhelm von Oranien Mellifont als Hauptquartier.

Heute ist wenig übrig von der ehemaligen Abtei. Ein Lavabo aus dem 13. Jahrhundert steht ruinenhaft inmitten des Geländes. Das Kapitelhaus ist noch, samt Tonnengewölbe, vollkommen intakt zu sehen und ein paar aus dem 12. Jahrhundert stammende Bögen des früheren Kreuzganges sind (wieder aufgebaut) zu bewundern. Typisch für die ersten Zisterzienserklöster Irlands ist auch der sogenannte “Flüstergang.

Die Zisterzienser taten sich zu Beginn in Irland äußerst schwer Gefolgsleute zu finden. Die Zisterzienser sind und waren ein schweigender Orden und sie sind und waren eingefleischte Vegetarier. Die Iren sind und waren alles andere als ein schweigendes Volk. Genauso wenig sind die Iren eine Nation von Vegetariern. Um den Iren das Schweigen des Ordens zu erleichtern, hat man ursprünglich sogenannte Flüstergänge, oder auch Flüsterbögen in die Anlagen integriert. Diese Gänge waren nicht sehr lang. In Mellifont z. B. misst der Gang etwa sechs Meter. In diesen Gängen durften sich die Iren im Flüsterton austauschen. Angeblich, hat es allerdings schon einmal 15 Minuten oder so gedauert, bis man solche Gänge durchschritten hatte.