Für viele Mitteleuropäer ist es sehr merkwürdig, wenn wildfremde Menschen einen ständig beim Vornamen ansprechen. In Irland kennt man es nicht anders. Das es in der englischen Sprache kein “Sie” gibt, ist ja allgemein bekannt. In England jedoch, spricht man fremde Menschen in der Regel mit Mr., Mrs., Miss oder Ms. an. Nicht in Irland. Ob beim Arzt, beim Amt oder auf dem Arbeitsplatz – wir nennen uns alle beim Vornamen.

Falls Sie also in Irland jemand nach Ihrem Namen fragt, dann nennen Sie ihren Vornamen. Das wird erwartet. Wenn Sie nur Ihren Nachnamen nennen, kann das falsch verstanden werden. Versuchen Sie es einfach mal, Sie glauben gar nicht wie befreiend das sein kann.

Ausnahmen

In Hotels kann es schon einmal vorkommen, dass das Personal einen ausländischen Gast mit dem Nachnamen anspricht. Das liegt daran, dass das Hotelpersonal weiß, dass es in manchen anderen Kulturen ungewöhnlich ist, mit dem Vornamen angesprochen zu werden.

Auch in Schulen benutzen die Schüler in der Regel die Nachnamen der Lehrer. Die Eltern sind dann wiederum mit den Lehrern wieder beim Vornamen.

Zeichen der Abneigung

Wenn mich jemand im irischen Alltag mit Mr. Lolies anspricht, dann habe ich etwas falsch gemacht. Je nachdem in welcher Situation man mit dem Nachnamen angesprochen wird, kann dies sogar ein Zeichen der Abneigung sein.

Nachnamen werden in der Regel benutzt wenn man über Familien redet. Die O’Connors, McNamaras oder Fitzgeralds.