Die Iren sind schon lange kein streikfreudiges Volk mehr. Nicht das in Irland nicht gestreikt wird, aber die Zeiten, wo man wegen jeder Kleinigkeit drauflos gestreikt hat sind lange vorbei und trotzdem wurde für den 1. und 2. Mai ein Streik der Busunternehmen von Bus Eireann (Langstrecken Linienverkehr) und Dublin Bus (Linienverkehr für Dublin) durchgeführt.

Bedeutender Tag

Der 1. Mai ist in Irland, genau wie in den meisten anderen Ländern Europas, ein bedeutender Tag. Nicht nur ist es der Tag der Arbeit, sondern in Irland läutet der 1. Mai auch den Sommer ein. In Irland leben auch heute noch viele Menschen nach dem druidischen Kalender.

Privatisierung von Strecken

Die staatlichen Buslinien von Bus Eireann (Linienverkehr für Langstrecken) und Dublin Bus (Linienverkehr in Dublin) müssen laut irischer Gesetzgebung 10% ihrer Strecken an private Anbieter abgeben. Die Gewerkschaften der Busfahrer behaupten, dass damit Busfahrer dieser beiden Unternehmen zu Privatunternehmen umsteigen müssen. Dadurch würden sie hinsichtlich Gehältern und sonstigen Arbeitsbedingungen, Federn lassen. Der Gesetzgeber behauptet, dass mit der Privatisierung mancher Strecken niemand seinen Arbeitsplatz wechseln muss und das die Gehälter und Arbeitsbedingungen der Busfahrer vertraglich gesichert seien.

Bleiben Rentner  auf der Strecke?

Lobbyisten der irischen Rentner behaupten, dass mit der Privatisierung der Strecken, Rentner unter Umständen ihre kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel verlieren würden, wofür sie sich ab dem 66. Lebensjahr qualifizieren. Die Regierung verneint dies, doch die Lobbyisten behaupten, dass in manchen Regionen Irlands, wo bereits private Busunternehmen im Einsatz sind, solche Vergünstigungen für Rentner gestrichen wurden.

850.000 Menschen leiden

Tatsache ist, dass mit dem Streik etwa 850.000 Menschen auf der Insel Irland in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es stellt sich die Frage, ob eine solche Aktion über ein so wichtiges Wochenende, tatsächlich gerechtfertigt ist. Viele Iren fragen sich ob eine solche Maßnahme nicht auch zu anderen Zeitpunkten hätte durchgeführt werden können. Es sollen im Laufe des Monats noch weitere solche Streikaktionen durchgeführt werden. Momentan stehen weitere Streiks für den 15., 16., 29., 30. und 31. Mai aus.

Die Gewerkschaften treffen die Schwächsten

Traurig ist, dass die Menschen die am meisten von diesen Streiks betroffen sind, entweder jüngere oder ältere Menschen sind. Oder es handelt es sich um einen Teil der Arbeiterklasse, welche sich vielleicht kein Auto leisten kann. Mit anderen Worten, die Gewerkschaften, welche die schwächsten der Gesellschaft vertreten, treffen genau diese Menschen.