Irland ist 1973 der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beigetreten und ist somit ein langjähriges Mitglied. Die Iren sind überzeugte EUler. Es ist vielleicht ein bisschen dick aufgetragen, wenn ich behaupte, dass die Iren womöglich das best informierte Volk dieser Gemeinschaft ist, wenn es um EU-Politik geht.

Gut informiertes Volk

Die Iren sind das einzige Volk, welches wichtige EU-Verträge, per Volksentscheid ratifizieren müssen. Um diese Verträge zu “unterschreiben”, müssen sie natürlich über den Inhalt informiert sein. Es gibt Fachliteratur in Form von Magazinen und Radio- bzw. Fernsehprogrammen die sich ausschließlich mit EU-Politik befassen. EU-Politik wird auch in den Schulen besprochen, am Arbeitsplatz, am Küchentisch sowie am Stammtisch. Ich behaupte, sie können mit jedem Iren über EU-Politik reden.

Schwarzes Schaf der EUschwarzes Scharf auf der Weide

Über viele Jahre hinweg, hat man die Iren, als schwarzes Schaf der EU an den Pranger gestellt. Das haben die Iren nie ganz verstanden. Sie sind sich darüber im Klaren dass sie mit mancher Entscheidung, die sie an den Wahlurnen getroffen haben, auf Feindseligkeit mancher EU-Staaten gestoßen sind. Die Iren haben jedoch keine Verträge abgelehnt um irgend jemanden zu verärgern, sondern sie haben gewisse Verträge auf Eis gelegt, weil sie glaubten, dass man besseres erreichen kann. Ich denke hier ganz besonders an zwei Verträge.

Der Vertrag von Nizza und der Vertrag von Lissabon.

Fischfangquoten

Auch die EU-Fischfangquoten sind natürlich, für eine Insel wie Irland, von größter Bedeutung. Auch dies ist ein Thema, welches ich als Unterthema behandeln werde.

EU Austritt

EU Austritt ist für die Iren überhaupt kein Thema. Natürlich gibt es in Irland, wie in allen anderen EU Staaten EU-Gegner, welche lieber früher als später der EU den Rücken kehren würden. In Irland ist das eine eher kleine Fraktion. Ich denke hier an Sinn Fein, eine Partei, die zur Zeit nur eine geringe Gefolgschaft hat und mit Sicherheit in den nächsten Jahren keine allzu große Rolle spielen wird. Die Iren haben Grund zornig zu sein, ganz besonders im Hinblick auf die Fischereipolitik in Brüssel betrieben wird.

Überzeugte EUler

Tatsächlich sind die Iren überzeugte EUler. Sie sind nicht immer einverstanden, mit der Politik die in Brüssel betrieben wird, aber das heißt nicht das sie nicht zur Union stehen. Es wird öfters mal die Frage gestellt “Berlin, oder Boston?“, wem seit ihr näher und trotz der doch sehr nahen Verbindungen zu den Vereinigten Staaten, sagen die meisten Iren heutzutage “Berlin“.

Erneuerte EU

Die Iren würden gerne eine überarbeitete EU sehen. Sie hätten gerne einen, von den EU Völkern, gewählten Präsident/Präsidentin. Eine Person mit Profil, die Visionen für die Zukunft der EU hat. Jemand der Verantwortung übernimmt und zur Rechenschaft gezogen werden kann.

EU Volksentscheide

Die Iren möchten auch nicht das einzige Land der EU sein, welches wichtige EU Verträge per Volksentscheid ratifiziert. Die Iren möchten, dass andere Länder gleiches tun. Die Last ist zu erheblich, auf den zarten Schultern der irischen Nation. Die Iren sind davon überzeugt, dass die Bürger anderer Staaten gezwungen werden müssen, sich mehr mit EU Politik zu beschäftigen. Die Iren sind auch davon überzeugt, dass Bürger anderer Staaten im Falle von Nizza oder Lissabon ähnlich wie die Iren gestimmt hätten.

Volksentscheide sind zu teuer

Große Staaten, wie die Deutschen, behaupten das Volksentscheide zu teuer sind. Das glauben die Iren nicht. Natürlich sind mit diesen Wahlgängen Kosten verbunden, aber wenn man im Falle von Deutschland z. B. die Volksentscheide auf Landesebene abhält, dann sind das ähnliche Verhältnisse wie in Irland. Die Iren glauben, dass wenn die Bürger der EU mehr Mitspracherecht hätten, viele der Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, uns hätten erspart bleiben können. Die Iren glauben auch, dass die Verantwortlichen in Deutschland, oder auch Frankreich Angst vor der Meinung ihrer Völker haben.

Strafversetzungen

Die Iren sind es auch leid, dass die EU Staaten, Politiker die sie zu Hause nicht mehr brauchen, nach Brüssel schicken. Dort dürfen sie dann wichtige Entscheidungen treffen. Das machen die Iren übrigens auch.