Zwischen dem frühen 19. Jahrhundert und den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, befand sich Europas größtes Rotlichtviertel mit ca. 17.000 Prostituierten, in Dublin. In einem Viertel namens Monto allein, sollen in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ca. 1.700 Frauen diesem Gewerbe nachgegangen sein.

Britischen Soldaten juckt’s

Kundschaft gab es genug. Die Briten hatten tausende und abertausende von Soldaten in Irland stationiert. Unter den Soldaten machten sich Geschlechtskrankheiten breit. Das führte dazu, dass 1860 ein Gesetz erlassen wurde, wobei jede Frau, die man verdächtigte dem Gewerbe nachzugehen, aufgreifen und nach Geschlechtskrankheiten prüfen konnte.

Eine Frau für jede Klasse

Die Frauen im sogenannten Monto Gebiet bedienten jeden Gesellschaftsstand. Ob Seemänner, Soldaten, Händler oder Politiker. Angeblich hatte sich der damalige englische Kronprinz Eduard Albert (später König Eduard VII) sich dort seiner Jungfräulichkeit entledigt.

Die Kirche setzt sich durch

Ab den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts sollte sich die römisch-katholische Kirche durchsetzen. Das Viertel wird nach und nach geschlossen und die Damen, die sich weiterhin der Prostitution widmen, werden als “gefallene Frauen” weggesperrt. Manche für den Rest ihres Lebens. Die Kirche nennt es “das Reinigen der irischen Seele”.

Kriminalisierung

Im Jahr 1935 wird unter dem Einfluss der Kirche die Verwendung von Kondomen verboten. Außerdem dürfen die Medien nicht mehr über Prostitution berichten. Somit wird ein Bild einer irischen Reinheit illusioniert. In den 50er Jahren stellt man auf einmal fest, dass es in Großbritannien auffallend viele Irinnen gibt, die dort der Prostitution nachgehen. Diese Frauen werden offiziell als “unschuldige Frauen, die in den Bann des Teufels gelockt wurden”.

1970 Frauenbewegung

Die weltweite Emanzipationswelle der Frauen, ging auch an Irland nicht spurlos vorbei. Unter anderem wurde erreicht, dass Prostitution entkriminalisiert wurde. Das jedoch führte zum explodieren dieses Gewerbes. Bordells schossen wie Pilze aus dem Boden. Frauen, die während des Verbots in der Regel, alleine auf eigene Rechnung arbeiteten, wurden jetzt von Zuhältern und Zuhälterinnen “betreut“.

Gesetz “sexueller Straftaten” 1993

1993 wurde ein Gesetz erlassen, wobei es verboten wurde sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung anzubieten, oder sie in Anspruch zu nehmen. Mit anderen Worten – Prostitution wurde wieder kriminalisiert. Das hat dazu geführt, dass die Bordellbetreiber sich geschäftlich umorientierten. Sie öffneten “Massagesalons”. Werbung wurde in Printmedien geschaltet. Diese Massagesalons erfreuten sich allergrößter Beliebtheit und wurden von der allgemeinen Öffentlichkeit auch geduldet. Es muss hinzugefügt werden, dass die meisten dieser Massagesalons in Dublin existierten.

Gesetzgeber überfordert

Zum Ende der 90er Jahre wurde ein Gesetz erlassen, wonach die Werbung für Massagesalons, in Printmedien, verboten wurde. Das führte zu der Erstellung von Internetseiten, wo die Dienste dieser Damen angeboten wurden. Seit der Verbreitung des Internets ist der Gesetzgeber Irlands komplett überfordert.

Operation Gladiator

1999 hat die irische Polizei die Operation Gladiator durchgeführt. Durch verdeckte Ermittler wurden viele Zuhälter und Zuhälterinnen überführt und eine ganze Reihe von Massagesalons offiziell als Bordelle enttarnt. Die Ermittlungen dauerten etwas unter einem Jahr.

Operation Schatzsuche / Operation Hotel

Operation Quest (Schatzsuche) und Operation Hotel haben in den Jahren 2003 und 2005 versucht den Frauenhandel für sexuelle Zwecke in den Griff zu bekommen. Aber auch auf diesem Gebiet, ist der irische Gesetzgeber total überfordert. Heute arbeiten sehr viele osteuropäische, oder asiatische, Frauen in dem Gewerbe. Ermittlungen haben ergeben, dass diese Frauen oft durch Arbeitsangebote anderer Natur nach Irland gelockt werden. Einmal hier, wird ihnen oft ihr Pass abgenommen und sie werden in die Prostitution gezwungen.

Prostitution heute

Heute bieten sich die Damen als “Escorts” (Hostessen) an. Man kann sie ohne Probleme auf offiziellen Hostessen-Webseiten finden. Ich wollte hier eigentlich zur Anschauung ein oder zwei Links veröffentlichen, so das Sie sich ein Bild davon machen können, wie einfach es ist, heutzutage Prostituierte in Irland zu finden. Doch habe ich mich letztendlich dagegen entschieden, da ich nicht den Anschein der Förderung der Prostitution vermitteln möchte. Falls Sie sich einen Überblick der Realität verschaffen wollen, dann geben Sie in Ihre Google, Bing, Yahoo oder sonstige Suchmaschine einfach “Escorts in Ireland” ein und Sie werden staunen.

Name and shame

Falls Sie als Prostituierte oder Freier erwischt werden, droht man Ihnen, Sie in den Medien öffentlich mit Vornamen, Nachnamen und Wohnort zu nennen. “Name and schame”. Das soll abschrecken. Die Prostituierten möchten, dass man noch einen Schritt weitergeht und auch ihre Rufnummer mit veröffentlicht.

Update

Die Rechtslage hat sich in Irland seit Februar 2017 geändert. Hier das Update.