Das irische Hochkreuz, auch oft als keltisches Hochkreuz bekannt, diente ursprünglich nicht dazu um Grabstätten zu markieren. Die irischen Hochkreuze dienten dazu heilige Stätten zu markieren. Es gab immer vier Hochkreuze. Ein Westkreuz, ein Ostkreuz, ein Südkreuz und ein Nordkreuz. Zwischen diesen Kreuzen befand sich der Kern der heiligen Stätte.

Westkreuz von Conmacnoise

Westkreuz von Clonmacnoise – 10. Jh.

 

Hoch dekoriert

Die Kreuze wurden mit einzigartig feinen Steinmetzarbeiten versehen. Tafeln die auf der einen Seite Bildnisse der Evangelien darstellten, oder keltische Kunst, so wie den keltischen Knoten.

Heidnische Götter

Ferner hat man Kreuze gefunden, die auch heidnische Götter, oder gar Figuren anderer Religionen abbilden. Damit hat man versucht, anders glaubende Menschen an die neuen christlichen Symbole zu führen. Die steinernen irischen Hochkreuze, wie sie auch genannt werden, stammen ab dem späten 8. Jahrhundert und verfügen meistens über einen Ring.

Der geheimnisvolle Ring

Pragmatisch

Dieser Ring hat Historikern lange die Köpfe zerbrochen. Die einen behaupteten das der Ring rein pragmatische Gründe hätte. Er solle die Arme des Kreuzes stützen.

Reiseleiter Wolfgang am Hochkreuz

Führung am Muiedach Kreuz

 

Die Erdplatte

Andere wiederum behaupteten das der Ring im irischen Hochkreuz die Erdplatte symbolisieren sollte und die vier Arme die Himmelsrichtungen, in welche das Wort Gottes verbreitet wurde.

Die Sonne/der Mond

Inzwischen hat man sich jedoch darauf geeinigt, dass der Kreis das heidnische Symbol der Sonne, bzw. des Mondes zum Ausdruck bringen soll. Das heidnische Symbol für das ewige Leben.

Kunterbunt

Die wunderschön dekorierten Kreuze wurden mit leuchtend bunten Farben versehen, welche natürlich über die Jahrhunderte verblichen ist. Mit den hochdekorierten bunten Tafeln, wollte man den Menschen, die seinerzeit in der Regel weder lesen noch schreiben konnten, das Wort Gottes mit auf den Weg geben.

Holz

Hochkreuz von Moone, 8. Jh.

Hochkreuz von Moone, 8. Jh.

 Die ersten Kreuze waren aus Holz, wahrscheinlich mit Metallbeschlag. Die frühchristlichen Anlagen, auf welchen die Kreuze zu finden waren, waren jedoch immer wieder Opfer von Überfällen. Ob Wikinger, Engländer oder die Iren selber – alle Angreifer hatten eines gemeinsam. Sie legten die Anlagen in Schutt und Asche. Das führte dann ab dem späten 8. Jahrhundert dazu, dass die Mönche begannen, die Kreuze aus Stein zu fertigen.


 

Die bekanntesten irischen Hochkreuze

Irland ist ein reines Paradies, wenn es um sehr gut erhaltene Hochkreuze geht. Die interessantesten dieser Kreuze sind u. a.

Westkreuz von Clonmacnoise

Das originale Westkreuz von Clonmacnoise kann man im Museum des Besucherzentrums von Clonmacnoise bewundern. An der Stelle, wo man das Original gefunden hat, steht heute ein sehr gut gefertigtes Replikat.

Das Original stammt aus dem 10. Jahrhundert. Im Ring zeigt es auf der Westseite Jesus am Kreuz, mit Essig und Schwamm bewaffneten Peinigern zu seiner Seite.

Auf der anderen Seite, im Ring, sieht man eine Abbildung des jüngsten Gerichts, wo die Guten zu Gott geführt wurden und die Bösen in die Hölle verbannt wurden.

Des weiteren sieht man u. a. eine glatt rasierte und eine bärtige Person, wie sie zusammen Hand anlegen. Hier handelt es sich wohl um den heiligen Kieran (Ciaran) und Prinz Dermot – die Gründer von Clonmacnoise.

Südkreuz von Monasterboice

Auch bekannt als das Muiredach Kreuz. Das ist ein Original aus dem 10. Jahrhundert. Das ist eine typisch irische Sache. Dieses Original steht tatsächlich seit 1.100 Jahren Wind und Wetter ausgesetzt. Es hat bis heute noch keine Anstrengungen gegeben es zu schützen. Mit über 5 m ist es ein enorm hohes Kreuz. Das gesagt, auf der Anlage von Monasterboice gibt es noch zwei weitere Hochkreuze. Das Westkreuz ist über 7 m hoch.

Auf diesem Kreuz sehen wir auf der Westseite des Kreises eine Abbildung von Jesus am Kreuz,, wie man es für diese Epoche nirgends auf der Welt sehen würde. Jesus ist komplett entblößt. Auch die letzte Würde eines Lendentuches hat man ihm genommen.

Des weitern sieht man auch wie Gott Petrus den Schlüssel und Paulus das Gesetz überreicht. Auf einer weiteren Tafel sehen wir Kain und Abel, David und Goliath und Adam und Eva mit dem verbotenen Apfel.

Das Hochkreuz von Moone

Das Hochkreuz von Moone stammt wahrscheinlich aus dem 8. Jahrhundert und steht gut beschützt unter einem Glasdach.

Unter anderem sehen wir dort Tafeln mit der Abbildung der zwölf Apostel, Adam und Eva, Abrahams Opfer, Daniel in der Löwengrube, die drei Jünglinge im Feuerofen, die Flucht nach Ägypten, die wunderbare Speisung der Fünftausend, die Versuchung des heiligen Antonius und den Besuch von dem Mönchsvater Antonius des Paulus von Theben.

Das Kreuz ist, mit knapp 6 m Höhe, gewaltig.

Es steht in dem Gemäuer einer Kirchenruine. Wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert. St. Colmcille hat wohl an dieser Stelle bereits eine frühchristliche Siedlung gegründet. St. Colmcille (auch als St. Columb, St. Columba bekannt) steht auch im direkten Zusammenhang mit der Gründung der Abtei auf Iona in Schottland.