Der Ring of Kerry ist eine fast 170 km lange Panoramastrecke im Südwesten Irlands. Mit dem Bus beginnen wir die Ringfahrt mit Killorglin und beenden die Route in Killarney.

Fünf Finger Irlands

Wenn Sie sich Ihre Irlandkarte anschauen, werden Sie im Süden fünf Halbinseln finden. Wir nennen diese auch die fünf Finger Irlands.
Diese Halbinseln sind teilweise erst in den späten 70er Jahren stromtechnisch erschlossen worden. Manche abgelegene Regionen, sogar erst in den frühen 80ern.
Hier finden Sie Natur pur. Auf der größten dieser Halbinsel, Iveragh, finden Sie den legendären Ring of Kerry.

Viele Touries

Auf dieser Ringstraße finden Sie sehr viele Touristen. Es ist mit Sicherheit die meist befahrene Touristenstraße Irlands. Fast jeder Tourist, welcher Irland außerhalb Dublins besucht, findet sich während seines Aufenthaltes auf dieser Straße wieder. Die meisten Touristen glauben, dass wenn sie nicht auf dieser Panoramastraße waren, dann waren sie nicht in Irland.
Das ist durchaus nicht so. Obwohl der Ring of Kerry mit Sicherheit eine ganz besondere Strecke ist, können die anderen vier Halbinseln mit ihrem eigenen Charm, ohne Probleme, mithalten.

Ring of Kerry oder doch Beara?

Denken Sie immer daran, dass Sie jeden Tag “nur” einmal leben. Das heißt, wenn Sie den Ring of Kerry bereisen, werden Sie an diesem Tag etwas anderes verpassen.
Falls Sie sich trauen, dann lassen Sie den Ring of Kerry einfach mal den Ring of Kerry sein und verbringen Sie diesen Tag auf der Dingle, oder Beara Halbinsel. Auf der Beara Halbinsel werden Sie keine Reisebusse finden und auf Dingle nicht so viele wie auf dem Ring of Kerry. Auf Dingle empfehle ich Ihnen mit dem Uhrzeigersinn zu fahren, sonst fahren Sie entgegen der Busse, die dort unterwegs sind.

Bus oder Fahrrad, wir sind alle gleich

Typische Geschwindigkeitsbegrenzung

Typische Geschwindigkeitsbegrenzung

Auf dem Ring of Kerry finden Sie alle Nationalitäten wieder. Sie reisen in Bussen, Mietwagen, eigenen PKWs, Wohnmobilen, Motorrädern und Fahrrädern. Die Busse befahren den Ring nur entgegen den Uhrzeigersinn. Es ergibt Sinn das Sie das auch tun, egal wie Sie sich fortbewegen.
Glauben Sie mir, Sie wollen nicht in jeder Kurve einen Bus begegnen. Das macht keinen Spaß. Fahren Sie mit den Bussen. Falls Sie einmal zwischen zwei Bussen hängen sollten, dann machen Sie kurzerhand einen Fotostopp und schon sind die beiden Busse weg und Sie stecken zwischen zwei ganz anderen Bussen.

Böse, böse Bus-Reisende

Einzelreisende schimpfen oft auf die Busreisenden. Massentourismus nennen die das. Massentourismus hat nichts mit dem Fortbewegungsmittel zu tun. Es hat etwas mit den Massen zu tun, die sich alle auf einmal an einem Punkt aufhalten müssen. Dazu gehören auch Massen von Einzelreisenden.
Die Reisenden im Bus haben tatsächlich einen Vorteil. Meistens verfügen sie über einen ortskundigen Reiseleiter, welcher die Gäste mit wertvollen Hintergrundinformationen versorgt.
Natürlich verfügen die Einzelreisenden dann auch wieder über den Vorteil, dass sie mal eben anhalten können, wo sie gerade wollen.

Respektiert einander

Genauso wenig wie wir, ohne Lizenz, auf einem Behindertenparkplatz parken, genauso wenig sollten wir, ohne Bus, auf einem Busparkplatz parken. Sonst gibt es Chaos, auch im idyllischen Irland.

Höhepunkte

Der eigentliche Höhepunkt ist mit Sicherheit die unbestechliche landschaftliche Schönheit dieser Region.
Wenn Sie den Ring of Kerry von Killorglin aus bereisen, dann bietet sich aus meiner Sicht der erste Höhepunkt, kurz nach Glenbeigh. Wenn Sie durch Glenbeigh fahren, kommen Sie nach der Ortsmitte an eine Linkskurve. Fahren Sie da einfach geradeaus (also aus der Kurve raus) und legen Sie sich in eine Rechtskurve. Wenn Sie dieser Straße folgen, werden Sie bald Ihren Augen nicht trauen. Sie kommen an einen wunderschönen meilenweiten  Strand, samt Kinderspielplatz.

Geißbock als König

Killorglin selber bietet einmal im Jahr auch einen ganz eigenen Höhepunkt. Dort wird alljährlich im August ein wilder Geißbock zum König gekrönt. Man macht sich mit dieser Krönung auch ein bisschen über das englische Königshaus lustig. Dieser Geißbock (Puck genannt) soll einem gewissen Mitglied des englischen Königshauses ähnlich sehen. Ich nenne keine Namen.
Manchmal höre ich wie Gäste sagen “das grenzt ja an Majestätsbeleidigung”. Das sind in der Regel die Tierschützer an Bord.

Bevor der Geißbock zum König gekrönt wird, durfte er sich bereits über ein Jahr hinweg akklimatisieren. Nach der Krönung thront der Geißbock über dem Festplatz.
Bei diesem Fest handelt es sich um einen, seit über 400 Jahren bestehenden, Viehmarkt.

Bucht von Dingle

Bald nach Glenbeigh gelangen Sie zu einer wunderschönen Küstenstraße, entlang der Bucht von Dingle. Wenn Sie die Bucht rechts liegen lassen, dann werden Sie links im Hang, eine Eisenbahnstrecke, samt Tunneln und später auch Viadukt, sehen. Diese Eisenbahnstrecke wurde Mitte des 19. Jahrhunderts verlegt um Fische aus den fischreichen Gewässern, vorbei an den hungernden Iren, von der Insel zu schaffen. Sie müssen sich das so vorstellen. Der Fisch wurde auf Waggons verladen und von Kerry aus an die Ostküste Irlands transportiert. Von dort wurde der Fisch mit dem Schiff nach Wales gebracht, wo er wieder auf Zugwaggons verladen und weiter nach London transportiert wurde. Drei, oder vier Tage später war der Fisch fangfrisch auf den Londoner Märkten.

Brendan der Schäfer

Sie passieren einen Viadukt, der zu genau dieser eben genannten Eisenbahnstrecke gehört. Kurz darauf sehen Sie auf der linken Seite ein Pub und ein Souvenirladen. Wahrscheinlich stehen dort eine ganze Menge Busse. Lassen Sie sich davon nicht beirren. Parken Sie und machen Sie sich auf ein Spektakel gefasst.

Brendan the shepard on the ring of kerry

Brendan the Shepard on the Ring of Kerry

Ich bin ein Reiseleiter, der einen großen Bogen um Touristenfallen macht. Dies ist keine Falle. Es ist einfach nur toll.

Gehen Sie zum kleinen Kassenhäuschen, hinter dem Busparkplatz. Dort dürfte Loraine sitzen. Die Tochter des Schäfers, Brendan. Ich weiß nicht was es momentan kostet, ich denke mal so um die 5 € pro Erwachsener und das ist es wert. (Grüßen Sie Loraine von mir).

Was erwartet Sie?

Brendan der Schäfer stellt Ihnen auf der einen Seite verschiedene Schafrassen vor und erklärt Ihnen zu welchem Zweck, sie wo, gehalten werden.
Auf der anderen Seite, stellt Ihnen Brendan seine Border Collies vor und lässt sie auf spektakuläre Weise eine kleine Herde Schafe durch die Hänge treiben.

Die Hunde werden teils durch Stimme und teils durch Pfeife dirigiert. Es ist ein Höhepunkt. Sie können gerne drauflos filmen, oder knipsen.

Geburtshaus von Daniel O'Connell

Geburtshaus von Daniel O’Connell

Des “Befreiers” Geburtshaus ist zerfallen

Wenn Sie weiter fahren, kommen Sie an der Ruine des Geburtshauses von Daniel O’Connell vorbei. Es ist eine Schande. Wenn man bedenkt, dass Daniel O’Connell als der Befreier der Katholiken Irlands gilt, ist es schon fast skandalös zu sehen, wie sein Geburtshaus über die Jahre dem Verfall preisgegeben wurde. Vor kurzem hat man damit begonnen, die Gemäuer zu stützen – aber ganz ehrlich, es ist zu spät.
Die Ruine steht vor den Toren von Caherciveen (auch Cahersiveen und viele andere Schreibweisen sind offiziell anerkannt).

Von Baracke zur Kirche

In Caherciveen gibt es nicht nur ein gepflegtes öffentliches Handwaschbecken, sondern auch die Alte Baracke von Caherciveen.

Alte Baracke von Caherciveen

Alte Baracke von Caherciveen

Eine Augenweide. Im britischen Empire wurden Baupläne für öffentliche Gebäude in der Regel zentral in London gefertigt. So auch die Pläne für die Unterkunft von Soldaten und Polizisten in Caherciveen (Zweite Hälfte 19. Jh.). Zeitgleich sollte auch ein Gebäude für diesen Zweck irgendwo in Indien gebaut werden. Die Pläne wurden wohl vertauscht und jetzt steht dieses Gebäude mit eher exotischen Zügen in Caherciveen und stellt ein tolles Fotomotiv.

Bild von Daniel O'Connell

Daniel O’Connell – der Befreier

Ansonsten ist die Daniel O’Connell Gedächtniskirche einen Besuch wert. Im Ort gibt es auch ein paar nette kleine Cafes. Eines von ihnen stellt sogar ihre eigene Schokolade her.

Ringforts

Unweit von Caherciveen, gibt es zwei wunderbare Ringforts zu sehen, welche über 1.000 Jahre alt sind. Um dort hin zu gelangen, fahren Sie die erste Straße (nach der Tankstelle) rechts und überqueren die Brücke. Von dort halten Sie sich daraufhin links. Sie sehen nach wenigen Kilometern bereits das erste Ringfort rechts im Hang.

Bild von einem Ringfort

Ringfort (Rath)

Ansonsten glaube ich, ist es sogar ausgeschildert. Sie finden eine kleine Haltebucht auf der rechten Seite wo Sie parken können. Die Ringforts Irlands werden in Zukunft, von mir noch im Detail behandelt.

Von Telegraphen-  zur Wetterstation

Weiter geht es Richtung Waterville. Wenn Sie Caherciveen verlassen, sehen Sie auf der rechten Seite, im Atlantik gelegen, die Valentia Insel.
Die Valentia Insel ist auf der ganzen Welt dafür berühmt, da von dort aus das allererste brauchbare, transatlantische, Telegraphenkabel verlegt wurde. Von der irischen Valentia Insel, bis nach Neufundland in Kanada.

Boote im Hafen

Hafen von Valentia

In ganz Europa ist Valentia bekannt, da dort eine der bedeutendsten europäischen Wetterstationen zu Hause ist. Sie kennen vielleicht die Wettervorhersage “ein Tief über Irland, verlagert sich langsam südostwärts”. Das kommt höchstwahrscheinlich von dieser Insel.
In ganz Irland ist die Insel dafür bekannt, da dort einer der bedeutendsten Schiefersteinbrüche Irlands zu finden ist.

Skellig Inseln

Von der Valentia Insel könnten Sie, bei besten Wetter, auch zu den 13 km entfernten Skelligs übersetzen. Bei den Skelligs handelt es sich um zwei Felsformationen. Little Skellig, welche ein Brutparadies für herkömmliche, aber auch seltene Meeresvögel ist, ist für die Öffentlichkeit tabu. Dieser Felsen beherbergt Irlands größte und weltweit zweitgrößte Kolonie von Basstölpeln.

Skellig Michael (auch Great Skellig/großer Skellig genannt), ist ein Weltkulturerbe der UNESCO und wurde bereits im frühen Christentum von Mönchen heimgesucht.

Bienenkorbhütten auf Skellig Michael

Skellig Michael

Skellig Michael ist ein bis zu 230 m über dem Meeresspiegel hoher Fels. Auf etwa 160 m Höhe, erbauten Mönche ab dem 6. Jahrhundert eine Abtei. Dazu errichteten sie unter anderem sogenannte Bienenkorbhütten (Beehive Huts). Ohne Mörtel oder sonstigen Bindemittel errichteten sie kleine Steinhütten. Sie sehen aus wie Bienenkörbe, daher der Name. Diese Hütten stehen heute noch dort.

Brut-Paradies

Beide Inseln sind Paradiese für riesige Vogelkolonien. Unter anderem sehen Sie dort die Sturmschwalbe (Art), Basstölpel, Eissturmvogel, Schwarzschnabel-Sturmtaucher, Flattersturmtaucher, Townsendsturmtaucher, Hawaiisturmtaucher, Dreizehenmöwe, Trottellumme, Tordalk, Papageitaucher, Alpenkrähe und Wanderfalke.

Zwei Papagaitaucher

Papageitaucher

Von der Valentia Insel werden Überfahrten angeboten. Das Wetter muss jedoch absolut perfekt sein.

Auf der Valentia Insel gibt es auch traumhafte Küstenstraßen. Theoretisch könnten Sie dort den ganzen Tag verbringen.

“Bester” Fish and Chip in Irland

Weiter geht es in das nah gelegene Waterville. In Waterville gibt es meines Erachtens einen der besten Fish and Chips Irlands. Bei dem Fisch and Chips handelt es sich um einen fangfrischen Fisch, frittiert in einer Bierpanade, die man sogar essen kann. Vertrauen Sie mir, der Fisch wird nicht vor lauter Fett oder Öl tropfen. Bei den Chips handelt es sich um Pommes Frites. Das ganze ertränken die Iren gerne mit Essig (am liebsten Malzessig) und Salz. Probieren Sie es mal, es ist eine Sinfonie. Diesen Fisch und Chip bekommen Sie entweder im Beach Cove Cafe, neben der Post, oder in der Fishermens Bar, welche zum Butler Arms Hotel gehört. In der Fischermens Bar können Sie übrigens auch eine einzigartig gute Meeresfrüchte Suppe (seafood chowder) essen. Alleine das hausgebackene Brot das zur Suppe serviert wird, ist einen Abstecher wert.

Charlie Chaplin

In Waterville sehen Sie auch eine Skulptur von Charlie Chaplin, welcher ab den 50er Jahren, fast 20 Jahre alljährlich in Waterville mit seiner Familie Urlaub machte.

Skulptur von Charlie Chaplin

Charlie Chaplin

Es wird gesagt, dass der berühmte Engländer eines Tages in den 50er Jahren mit seinem PKW des Weges kam und in der Fishermens Bar einkehrte, um Mittag zu essen.
Das Essen war wohl bestens. Angetan von der Athmosphäre und den Menschen um ihn herum, bat Charlie an der Rezeption um Zimmer für die Familie. Die Dame an der Rezeption winkte, mit den Worten “wir sind ausgebucht”, ab. So fuhr Charlie, mit seiner Familie, des weiter.
Nebenbei erzählte die Empfangschefin dem Herrn des Hauses von der englischen Familie, die dort in der Ecke saß und Mittag aß und der Tatsache das sie um ein Zimmer baten, sie sie aber abweisen musste.

Verfolgung von Chaplin

Der Herr des Hauses war außer sich – denn im Gegensatz zu seinem Personal, wusste er wer das war. Er setzte sich in sein Auto und spürte die Familie Chaplin auf. Erklärte ihnen das er natürlich Platz für sie hätte und brachte sie zurück. Der Chef räumte kurzerhand seine Wohnung, zog vorübergehend zu seiner Schwester und überließ den Chaplins seine Wohnung.

Familienportrait von der Chaplin Familie im Jahre 1961

Die Chaplin Familie – 1961

Das war der Anfang einer jahrzehntelangen Freundschaft. Charlie und seine Familie kehrten alljährlich über die Sommerferien in Waterville ein. Eine seiner Töchter erklärte kürzlich, dass es für sie und ihre Geschwister, auch heute noch, die schönsten Kindheitserinnerungen sind, die sie teilen. Sie erklärte auch, dass sie niemals über Eigentum in oder um Waterville verfügten.

Coomakista

Weiter geht es Richtung Coomakista. Coomakista ist nur etwa 10 Minuten von Waterville entfernt. Von dort oben hat man einen einzigartigen Rundumblick. Sie schauen zurück auf Waterville und auf ein über 1.000 Jahre altes Ringfort.
Auf der anderen Seite sehen Sie drei Inseln (den Bullen, die Kuh und das Kalb). Wenn Sie von dort den Blick etwas nach links schweifen lassen, sehen Sie einen kleinen Naturhafen.

Bucht von Caherdaniel

Naturhafen von Caherdaniel

Da oben steht oft ein Imker, welcher seinen eigenen (reinen) Honig anbietet. Ist etwas für Schleckermäulchen. Über die irische Biene werde ich in einem gesonderten Artikel noch etwas sagen.

schwarze Biene auf Blüte

Schwarze Urbiene

Zwischen Coomakista und Sneem liegt Caherdaniel. In Caherdaniel steht Daniel O Connells Residenz, inmitten einer wunderschönen Gartenanlage – direkt am Meer.
Das Derrynane Haus, ist in einem weit besseren Zustand als das Geburtshaus von Daniel O’Connell und beherbergt ein Museum und Cafe.

 

Schiff als Haus

Über viele Jahrzehnte hinweg durchquerte ein Seemann die Weltmeere und verliebte sich in die Region um den Süden Irlands. Als er sich letztendlich in den wohlverdienten Ruhestand begab, baute er sich genau dort einen Altersruhesitz. Wie soll es als alter Kapitän anders sein? Er baute das Haus in Form eines Schiffes.

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Derrynane Haus

Derrynane Haus

Sneem

Jetzt geht es weiter Richtung Sneem.
Sneem hatte einen berühmten Besucher. Einen Franzosen namens Charles de Gaulle. Sie sehen, wir sind heute auf den Spuren der Charlies. Man hat ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet. Eine im Stein eingelassene Plakette.
Sneem hat einen wildromantischen Fluss, gleichnamig mit dem Ort. Wenn Sie durch den Ort fahren, überqueren Sie eine Brücke.

Sneem River Flussbett

Flussbett vom Sneem River

Parken Sie Ihr Fahrzeug und gehen Sie zurück zur Brücke. Ich sage nichts mehr dazu. Sie werden staunen.
Sneem ist auch ein wunderschöner malerischer Ort. Viele typisch irische bunte Häuser und lädt geradezu zum fotografieren ein.

Geradeaus oder links?

Nun haben Sie eine Entscheidung zu treffen. Ich fahre meistens nicht über Kenmare. Kenmare ist ein wunderschöner, bunter, malerischer Ort. Wenn Sie mit dem PKW unterwegs sind und Sie auf dem Ring of Kerry übernachten wollen, können Sie natürlich auch über Kenmare fahren. Ich finde, dass wenn man den Ring of Kerry in Form eines Tagesausfluges befährt und man dann auch noch nach Kenmare fährt, hat man für andere Stopps auf dem Ring zu wenig Zeit. Ganz besonders, weil ich meistens zum Tagesabschluss noch das Muckross House, oder mindestens den dazugehörigen Garten besuche.

Molls Gap und Carrauntoohil

Als nächsten Stopp, falls Sie nicht über Kenmare fahren, empfehle ich Molls Gap. Von dort sehen Sie auch, solange die Sicht erlaubt, den höchsten Berg der Iren, den Carrauntoolhil. Das Avoca Cafe, welches Sie dort finden, besticht durch einzigartige Köstlichkeiten.

der höchste Berg Irlands

Carrauntoohil – Irlands höchster Berg

Nicht weit von dort, fahren Sie in den ersten Nationalpark Irlands ein. Kurz nach dem Schild, welches Sie in dem Park willkommen heißt, kommen Sie zu einem Aussichtspunkt mit einem atemberaubenden Blick über die Seen von Killarney. Die drei Seen sind unterirdisch miteinander verbunden.

Hob die Königin ihren Rock?

Der Aussichtspunkt heißt Ladies View.
In Ihrem Reiseführer steht wahrscheinlich geschrieben, dass Königin Viktoria, welche dieses Teilstück des Ring of Kerrys im August 1861 bereiste, so angetan war von diesem Ausblick – das sie kurzerhand die Kutschen halten ließ. Angeblich hätte sie dort, mit ihren Hofdamen, eine kleine Ewigkeit verbracht.

Porträt von Königin Viktoria

Königin Viktoria

Die Einheimischen jedoch, wissen eine andere Wahrheit zu erzählen. Sie behaupten, Königin Viktoria war im August 1861 mit ihren Hofdamen auf diesem Teilstück des Rings unterwegs und verspürte auf einmal das Bedürfnis, eine natürliche Notdurft zu verrichten. Sie ließ die Kutschen halten. Sie und ihre Hofdamen stiegen aus. Die Königin hob ihren Rock und hockte sich nieder. Man bat die Hofdamen sich von Ihrer Königlichen Hoheit abzuwenden und so schauten die Damen auf die drei Seen. Daher der Name “Ladies View” (der Ausblick der Damen).

die drei Seen von Killarney

Ladies View

An der Stelle, wo Königin Viktoria im August 1861 ihren Rock hob, steht heute eine kümmerliche windgeschliffene Stechpalme. Wenn ich dort im Jahre 1861 hingemacht hätte, würde dort heute eine alte deutsche Eiche, wenn nicht sogar ein Mammutbaum, stehen.
Wir nennen diese Stechpalme übrigens auch das Pieselbäumchen.

Torc Wasserfall

Von hier aus geht es weiter Richtung Killarney.
Kurz vor den Toren Killarneys befindet sich der Torc Wasserfall. Sie sehen ein Schild am Straßenrand. Der Wasserfall ist etwa 300 m vom Parkplatz entfernt.

Torc Wasserfall

Torc Wasserfall

Muckross Haus und Garten

Nun sind Sie bereits fast am Muckross Haus und Garten.  Muckross Haus ist ein weiteres Beispiel für den Bau von Herrenhäusern zu Zeiten, als die Iren zu tausenden verreckten. Land und Arbeitskräfte waren billig. Die Briten versklavten die Iren regelrecht. Die Not der Menschen machte man sich zu eigen, indem man sie zu Schwerstarbeiten einspannte und sie mit Essen entlohnte.  Nichts desto trotz, die Hinterlassenschaften der Engländer sind immer ein Besuch wert.

Marien Kathedrale

Rettende Geste

In Killarney angekommen, müssen Sie unbedingt einen Abstecher zur römisch katholischen Marien Kathedrale machen.
Das Gebäude ist weltweit einmalig. Baubeginn war 1842. Wie wir wissen fiel der Bau somit in die Zeit der großen irischen Hungersnot. Im Jahre 1848, nachdem das Gemäuer eingedeckt war, hat man kurzerhand den Bau unterbrochen, um den herumirrenden, hungernden obdachlosen Iren ein Bleibe zu bieten.
Viele Menschen aus der Umgebung behaupten heute, dass wenn es diese Geste der Kirche nicht gegeben hätte, ihre Familie heute wahrscheinlich nicht existieren würde.

Kein Prunk

Nachdem der Bau im Jahre 1852 fortgesetzt wurde, hat man sich entschieden auf Schlichtheit Wert zu legen. Die im Jahre 1855 fertiggestellte Kirche besticht heute durch eine ansonsten unbekannte Schlichtheit. Bruchstein und einzigartig schöne Buntglasfenster stehen im Kontrast. Abgerundet wird das ganze durch ein wunderschönes hölzernes Kassettendach.

Buntglasfenster

Buntglasfenster von der Killarney Kathedrale

Killarney Kathedrale Bruchstein Gemäuer

Killarney Kathedrale Bruchstein Gemäuer