Der Heilige Patrick ist neben der Heiligen Brigid und dem Heiligen Columcille, einer von drei Schutzheiligen Irlands.
Dem Heiligen Patrick wird maßgeblich die Christianisierung Irlands zugeschrieben. Wenn es um Daten im Leben Patricks geht, gibt es viele widersprüchliche Zahlen. Wenn man z. B. die Schriften des Patricks selber zugrunde legt, kann man daraus lediglich erkennen, dass er im 5. Jahrhundert in Irland aktiv war. Mehr ist aus seinen Manuskripten nicht zu erfahren.

Die Analen des Heiligen Patrick wurden frühestens im 6. Jahrhundert angefertigt und die darin genannten Daten beziehen sich auf Schätzungen. Somit wird dort z. B. bzgl. der Ankunft Patricks in Irland das Jahr 432 genannt. Heute glaubt man, dass man dieses Jahr bewusst gewählt hat um die Arbeit des Heiligen Palladius zu schmälern, welcher ganz offiziell 431 nach Irland kam, in diesem Jahr Irland auch wieder verließ und angeblich, laut mancher Überlieferungen, in diesem Jahr auch starb. Mehr dazu später. Tatsächlich gibt es über das Todesjahr vom Heiligen Palladius verschiedene Angaben und zwar die Jahre 434, 457, 461, 492 und 493.

Heiliger Patrick – Supermann des 5. Jahrhunderts

Als der Heilige Patrick im 6. Jahrhundert von den Christen Irlands “wieder entdeckt” wurde, machte man aus ihm eine Art überirdischen Helden. So hatte der Heilige Patrick z. B. alle Schlangen Irlands vertrieben – er wurde zu einer Art Supermann seiner Zeit.

Die Iren waren Räuber und Sklavenhändler

Was wissen wir wirklich über das 5. Jahrhundert? Die Zeit des Heiligen Patricks, aber auch die Zeit des Heiligen Palladius. Wir wissen z. B. das die Iren seinerzeit gerne über ihre Nachbarn hereingefallen sind. So tobten sie z. B. im heutigen Schottland und Wales und deckten sich dort ganz besonders gerne mit Sklaven ein. Im 5. Jahrhundert war einer dieser Sklaven der uns heute bekannte Heilige Patrick. Wahrscheinlich wurde er im Nordwesten Irlands (dem heutigen Mayo) als Viehhirte gehalten. Es wird gesagt, dass ihm nach sechs Jahren die Flucht gelang. Anscheinend ging er zurück nach Wales. Dort widmete er sich dem Wort Gottes. Eines Tages hatte er eine Erscheinung. Er sah sich berufen zurück nach Irland zu kehren um dort seine früheren Peiniger zu bekehren.

Patrick hatte eine besondere Strategie

Wie bereits gesagt, gab es vor dem Heiligen Patrick bereits andere von Rom gesandte Christen, die das Wort Gottes in Irland verbreiten sollten. Diese frühen Christen taten sich allerdings eher schwer. Sie sprachen Latein, sie kleideten sich und trugen ihre Haare wie Außerirdische. Sie kannten die Gewohnheiten der Iren nicht. Sie wussten nicht über die Bedeutung irischer Rituale Bescheid und die etwa 150 Könige Irlands waren nicht gerade begeistert von der Ankunft dieser Fremden, welche ihren Völkern versuchten weiß zu machen, dass es jemanden bedeutenderes und mächtigeres geben könnte, als die Könige Irlands selbst. Die irischen Könige ließen Jagd auf diese Fremden machen. Viele wurden getötet, oder flohen so wie Palladius und seine Gefolgsleute.

Patrick eroberte die Könige

Der Heilige Patrick kannte Irland und die Iren. Er sprach ihre Sprache, er kannte ihre Gewohnheiten und Rituale und wusste wie sie sich kleideten und wie sie ihre Haare trugen. Er passte sich an. Er wusste auch über die Bedeutung der Könige Irlands Bescheid und noch wichtiger, er wusste das noch wichtiger als die Könige Irlands, es die Berater der Könige waren – die Druiden. Die Druiden hatten Kontakt zu den prähistorischen Göttern, sie waren in der Lage mit ihnen zu kommunizieren. Über die Druiden Irlands werde ich noch gesondert schreiben. Der Heilige Patrick hatte eine ganz besondere Strategie, das Christentum in Irland zu verbreiten.

Patrick begann mit der Bekehrung ganz oben im Volk. Er wusste, dass falls er es schaffen würde die Könige Irlands zu bekehren, dass er dann nicht nur deren Schutz genießen würde, sondern das es mit der Hilfe der Könige leichter sein würde auch das gemeine Volk zu bekehren. Diese Rechnung ging auf und zwar besser als vom Heiligen Patrick erwartet. Nicht nur halfen die Könige Irlands ihre Völker dem Wort Gottes näher zu bringen, sondern sie waren dem Patrick so dankbar für die frohe Botschaft, dass sie sich erkenntlich zeigten und zwar mit der Schenkung von Ländereien. Diese Ländereien nutzten die frühen Christen um Schulen, Herbergen und sonstiges zu gründen. Frühe christliche Stätten wie Clonmacnoise, Glendalough oder Monasterboice, um nur die Bekanntesten zu nennen, wurden errichtet. Es begann eine Zeit des Friedens und der Gelehrsamkeit.

St. Patricks Tag

stpatrickstag

Auf der ganzen Welt feiert man den St. Patrick

Am 17. März wird der Heilige Patrick alljährlich geehrt. An diesem Nationalfeiertag steht alles still, nur die Gläser bewegen sich. Es wird getrunken bis zum Umfallen. Im ganzen Land gibt es Umzüge, ähnlich wie in der deutschen Fastnacht (Karneval, Fasching). Kinder verkleiden sich. Ganz wichtig, man sollte etwas grünes tragen, oder besser noch grün schminken. Grün, denn angeblich soll der Heilige Patrick sich gerne in grün gekleidet haben. Heute glauben wir zu wissen das das nicht wirklich stimmt. Tatsächlich kleidete sich der Heilige Patrick gerne blau. Das heutzutage richtig zu stellen, wäre allerdings ein großes Problem. Der Heilige Patrick wird inzwischen auf der ganzen Welt gefeiert. Monumente und sogar Flüsse werden teilweise weltweit zum St. Patricks Tag grün gefärbt. Sich heute vor die Weltöffentlichkeit zu stellen und zu sagen “Patricks Farbe war nicht grün sondern blau” könnte unter Umständen dazu führen das sich manche Menschen sich etwas verschaukelt fühlen. Ob blau oder grün, dass sollte nicht wirklich wichtig sein.

Der St. Patricks Tag wird heutzutage bereits ein paar Tage vor dem 17. März, am 17. März und auch noch ein paar Tage nach dem 17. März gefeiert. Ich empfehle Kurzurlaubern, die für den 17. März 2016 noch nichts vor haben, unbedingt einen Ausflug nach Irland um diesen Tag einmal mitzuerleben. Sogar die kleinsten Gemeinden haben oftmals ihren Umzug. Hier sind ein paar der größeren Ereignisse:

Dreiblättriges Kleeblatt

Das dreiblättrige Kleeblatt wird seit jeher von allen Christen Irlands als Symbol der Dreifaltigkeit gesehen. Angeblich hat der Heilige Patrick anhand des dreiblättrigen Kleeblatt die Dreifaltigkeit erklärt. Die drei Blätter symbolisieren “Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist” und der Stengel des Kleeblattes symbolisiert die Energie, die dem ganzen Kraft verleiht. Tatsächlich wissen wir nicht wer erstmals auf die Idee kam, anhand des dreiblättrigen Kleeblattes die Dreifaltigkeit zu erklären. Es war mit Sicherheit nicht der Heilige Patrick, denn in seinen Schriften hat Patrick nie auch nur annähernd das Kleeblatt erwähnt. Egal, es ist ein schönes Symbol und in vielen irischen Kirchen sieht man Figuren des Heiligen Patrick mit dem dreiblättrigen Kleeblatt in der Hand.