Das Connacht Hotel in Galway ist schon immer, im Bezug aufs Frühstück, ein Ort des Chaos gewesen. So ist das Hotel ganz gut. Nettes Personal, gute und saubere Zimmer, super Essen und tolles Frühstück – wenn man eins bekommt.
Das war schon so als das Hotel noch Days Hotel, oder Carlton Hotel Galway hieß.

Personal meint es gut

Wenn ich mit meinen Gruppen in diesem Hotel übernachte, bereite ich diese schon immer auf ein Abenteuer vor. Es ist spannend das alles zu beobachten. Es ist nicht das das Personal uns als Gäste ärgern möchte, im Gegenteil, die geben sich wirklich Mühe. Bekommen es halt ganz einfach nicht hin.

Wir haben Zeit – viel Zeit

Heute morgen bin ich um 8 Uhr zum Frühstücksraum gegangen. Am Frühstücksbüfett freute ich mich bereits auf den tollen Obstsalat. Davon war auch genügend da, allerdings keinen Naturjoghurt. Ich sah gerade noch wie ein junger Mitarbeiter die Schüssel entfernte. Dann beobachtete ich wie er im Hintergrund im seelenruhigen Gemüt mit einem Messer versuchte einen Plastikcontainer mit dem Joghurt zu öffnen.

Nur keine Panik, immer schön ruhig. Es warten ja nur etwa 200 Personen in der Schlange. Er schafft es auch noch, den Joghurtcontainer wieder abzustellen um mit einer Kollegin ein bisschen zu plaudern. Dann hat er endlich den Deckel vom Container entfernt. Wir kommen der Sache langsam näher.
Jetzt fängt er langsam an, den Joghurt von dem Container mit einem Löffel in die Schüssel zu transferieren. Immer schön langsam, wir wollen bloß keinen Stress – es ist ja noch früh.

Entspannt in den Tag

Als es aussah als hätte er es tatsächlich geschafft den Joghurt vom Container in die Schüssel umgefüllt zu haben, fing er an den Container fein säuberlich auszukratzen. Aber wirklich jede Ecke und jeden Winkel. Der Container sah danach aus wie neu. Ich muss sagen, dass ich selten jemanden bei der Arbeit zugeschaut habe, der so entspannt und konzentriert war.
Nun brachte er die Joghurtschüssel mit einem freundlichen Lächeln an die Front, wo sich die wartenden Horden auf ihn stürzten. Ich schaffte es tatsächlich auch noch zwei Löffel auf meinen, bereits zu Trockenobst gewordenen Obstsalat, zu tun.

Besetzt

Nun stellte ich fest das es keinen eingedeckten Tisch gab. Alle Tische waren entweder besetzt, oder waren kurz vorher von anderen Gästen verlassen worden. Ich fand einen Tisch wo nur eine Seite des Tisches benutzt war. Ich stellte meine Schüssel darauf und schaute mich nach Kaffee um. Aha, da drüben, da bekomme ich Kaffee. Ich sah eine gläserne Kaffeekanne, welche etwa zweidrittel voll war.
Ich fand auf dem Nachbartisch eine saubere Tasse und bewegte mich zielsicher auf die Kaffeekanne zu. Doch als ich gerade anzukommen schien, waren auf einmal etwa sechs Personen vor mir. Als ich dran war, war die Kaffeekanne leer.

Kaffee, aber keinen Obstsalat

Ich wartete geduldig bis eine neue Kaffeekanne gebracht wurde. Ich war der erste der den frisch aufgebrühten Kaffee bekam. Ich freute mich wie ein Kind auf einen Lutscher.
Vorsichtig füllte ich meine Tasse. Der Kaffee roch gut. Ich machte mich auf zu meinem Tisch, wo mein Obstsalat mit meinem ergatterten Naturjoghurt auf mich wartete. Toll.

Ich kam zu dem Tisch, wo ich dachte das mein Frühstück steht. Aber da saßen andere Leute und kein Zeichen meines Obstsalates mit Naturjoghurt. Ich blickte mich um. Hatte ich etwa den falschen Tisch erwischt? Nein, dass war der richtige Tisch, aber irgendjemand hat meinen Obstsalat mit Naturjoghurt abgeräumt und den Tisch jemand anderen überlassen.

Neuer Tisch, neues Glück

Ich fand in der unmittelbaren Nachbarschaft einen anderen Tisch der bereits einmal benutzt war, aber zur Hälfte noch brauchbar war. Ich stellte meine Tasse Kaffee ab und ging zurück zum Frühstücksbüfett. Ich sah sofort das es genügend Naturjoghurt gab, doch sah ich auch, mit Schreck, dass dieser junge Mann die Schüssel mit dem Obstsalat nahm und verschwand. Nun stand ich dort mit einer leeren Schüssel. Vor mir eine volle Schüssel Naturjoghurt und der junge Mann ist gerade verschwunden um Obst zu pflücken. Es kann sich nur noch um Stunden handeln.

Gäste zufrieden

Zwischenzeitlich kamen einige meiner Gäste auf mich zu und meinten, dass es gar nicht so schlimm sei, wie ich es angekündigt hatte (meinen Gästen gegenüber übertreibe ich immer ein bisschen, so dass sie auf alles vorbereitet sind).

Obstsalat, aber keinen Kaffee

Tatsächlich, der junge Mann kam mit der Obstsalatschüssel wieder. Ich nahm mir etwas von dem liebevoll geschnittenen Obstsalat und dem Naturjoghurt.
Bereits auf dem Weg zu meinem Frühstückstisch konnte ich sehen das da etwas nicht stimmte. Nicht nur war meine Tasse Kaffee weg, sondern dort saß eine junge Familie mit zwei Kindern.
Ich könnte schwören das die junge Frau noch nicht einmal schwanger war, als ich heute morgen zum Frühstück ging.