Im Jahre 1167 hatten sich wieder einmal die Könige der Provinzen Connacht (im Westen) und Leinster (im Osten) in den Haaren.

Der König von Connacht vertreibt den König von Leinster von seinen Ländereien und entführt seine Frau.

Der König von Leinster hatte beste Kontakte zu dem englischen König Heinrich II. Dermot von Leinster flieht nach England und bittet Heinrich um Hilfe. Doch Heinrich II hatte seine eigenen Probleme. England war von den Normannen besetzt, die Normandie wiederum von den Wikingern. Es herrschte wieder einmal Chaos in Europa. 
Anstatt eine Hilfestellung klar abzuweisen, erlaubt Heinrich seinem irischen Freund auf eigene Faust kampfwillige Männer aus seinen Reihen zu finden und so kehrt Dermot von Leinster im Jahre 1169, unter Führung des Earl of Pembroke (Strongbow) nach Irland zurück.

Er befreit seine Ländereien und seine Frau. Das war der Beginn der englischen Besatzung.

Als Dankeschön hat der Earl of Pembroke die Tochter des König von Leinster zur Frau bekommen.

Hochzeitsfeier zwischen Aoife und dem Earl of Pembroke

Waterford 1171 – Hochzeit zwischen Aoife und dem Earl of Pembroke (Strongbow)

Die Engländer entscheiden sich zu bleiben

Die Engländer tun sich bei der “Eroberung” Irlands sehr schwer. Sie kontrollieren lediglich Dublin und Teile um Dublin herum, Kilkenny und Galway.

Sie werden irischer als die Iren. Sie kleiden sich wie die Iren, sie übernehmen irische Rituale, sie nehmen sich der irischen Sprache an und teilweise übernehmen sie sogar die irische Rechtsprechung. 
Das führt zu dem Erlass der Statuten von Kilkenny im Jahre 1366.
Laut diesen Statuten wurde es den englischen Siedlern verboten irisch zu sprechen, sich irisch zu kleiden, Irinnen zu heiraten, irische Kinder zu adoptieren, irische Sitten und Gebräuche zu übernehmen, die irische Rechtsprechung anzuwenden usw usw.
Auch räumlich sollten die Iren und Engländer geteilt werden. Noch heute sieht man in vielen Städten und Ortschaften Irlands “Englishtown” und “Irishtown”.

Diese Statuten sollten jedoch nur bedingt durchgesetzt werden. Erst in der ersten Hälfte des 16. Jahrhundert, unter König Heinrich VIII sollte sich das Blatt wenden.

König Heinrich VIII von England

Heinrich VIII von England