Das frühe Christentum begann in Irland mit dem 5. Jahrhundert. Das war in erster Linie die Zeit des Heiligen Palladius, der Heiligen Brigid und des Heiligen Patricks. Ganz besonders der Heilige Patrick hatte eine ausgeklügelte Strategie, die heidnischen Iren dem Wort Gottes näher zu bringen. Und zwar begann er in der irischen Hierarchie ganz oben. Er bekehrte zunächst die Könige Irlands.

Frühchristliche Anlagen

Mit der Bekehrung der Könige Irlands war er sich deren Schutz sicher. Nicht nur das, sondern die bekehrten Könige zeigten sich erkenntlich und beschenkten Patrick und seine Gefolgsleute reichlich mit Ländereien, welche genutzt wurden um frühchristliche Anlagen wie Clonmacnoise oder Glendalough zu gründen.

Glendalough mit Rundturm

Glendalough, Wicklow Gebirge

Bis zum Bau dieser frühchristlichen Anlagen, gab es in Irland keinerlei Ortschaften. Die Iren lebten weit verstreut in ihren kreisförmigen Heimstätten. Diese frühchristlichen Stätten wurden meistens als Schulen, Herbergen, oder auch als Kombination von Schulen und Herbergen gebaut.
In Irland herrschte eine Epoche der Gelehrsamkeit. Erwachsene von der ganzen Insel, aber auch von fernen Ländern suchten diese Anlagen auf um dort das Lesen und Schreiben zu lernen. Auch Kinder wurden in diese Anlagen zur Bildung geschickt.
Die Mönche dieser Anlagen haben die Gelegenheit natürlich wahrgenommen und den Lernwilligen das Wort Gottes mit auf dem Weg gegeben.

Schulgeld

Natürlich musste “Schulgeld” bezahlt werden. Irgendwie mussten sich diese Gemeinschaften ja finanzieren.

Händler zahlten mit ihren Gütern, Bauern mit ihren landwirtschaftlichen Erzeugnissen – wobei Handwerker Hand anlegten. Sie bauten neue Gebäude oder kümmerten sich um die Substanz bestehender Gebäude. Der Adel zahlte mit Ländereien, welche wiederum genutzt wurden um neue Anlagen zu  errichten.

Auch Reisende trugen zur Finanzierung der Anlagen bei. Viele dieser Anlagen wurden strategisch klug an Verkehrsknotenpunkten gebaut. Dort sind Reisende eingekehrt um zu ruhen, oder um ihr Schuhwerk flicken zu lassen und wenn sie schon mal da waren, haben die Mönche ihnen gleich noch das Wort Gottes mit auf dem Weg gegeben.

Vom Saulus zum Paulus

Es waren aber nicht nur Lernwillige und Reisende die diese Anlagen aufsuchten, sondern auch Gesetzlose – auf der Flucht vor dem weltlichen Gesetz.
Wenn man als Flüchtling auf eine solche Anlage gelangt ist, hatte man bis zu 60 Tage Asylrecht. Das weltliche Gesetz hatte auf diesen Anlagen keine Zugriffsmöglichkeiten.
Nach spätestens 60 Tagen musste man sich entscheiden wie man mit dem was angestellt hat umgeht. Stellt man sich dem weltlichen Gesetz oder entscheidet man sich den Rest seines Lebens auf einer solchen Anlage sein Dasein zu fristen, vielleicht sogar als Mönch. Vom Saulus zum Paulus.

Männer und Frauen auf den frühchristlichen Anlagen

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den frühen christlichen Anlagen in Irland und derer im Ausland war, daß die irischen Anlagen von Männern wie auch Frauen bewohnt und bewirtschaftet wurden. Es wurden auch Kinder gezeugt.
Erst ab dem 12. Jahrhundert, mit dem Zusammenschluss der freien irischen Kirche und der römisch katholischen Kirche wurden Männer und Frauen fein säuberlich getrennt.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen den irischen und europäischen Anlagen war, daß es in Irland keine allgemeine Ordnung für die frühen christlichen Anlagen gab. Jede dieser Anlagen hatte ihre eigenen Gesetze und Ordnungen.

Irische Mönche wurden als Ketzer gejagt

Von diesen frühen christlichen Anlagen sind irische Mönche dann aufgebrochen um andere Regionen Europas und später auch Asiens und Afrikas, zu christianisieren.
Anders als die Römer, gingen die Iren mit sehr viel Feingefühl auf die Menschen ihrer Gastländer ein. Sie setzten sich mit den Ritualen und Gewohnheiten der Gastländer auseinander. Sie erlernten ihre jeweilige Sprache und versuchten durch positives Vorleben ihre Gastgeber zu bekehren.

Heiliger Killian

Heiliger Killian, auch Kilian geschrieben.„Kilian kolonat totnan“ von Christian “VisualBeo” Horvat – Eigenes Werk

Rom waren diese irischen Mönche ein Dorn im Auge. Die irische Kirche weigerte sich sich Rom  zu unterwerfen und so wurden die irischen Mönche als Ketzer gebrandmarkt und gejagt.

Der Heilige Killian z. B. wurde in Würzburg ermordet.

Der Zusammenschluss

Erst in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts sollte es zu einem Zusammenschluss der freien irischen Kirche mit der römisch katholischen Kirche kommen.

Der erste römisch-katholische Orden der sich in Irland niederließ waren die Zisterzienser. Sie gründeten im Jahre 1142 in der Nähe von Drogheda, Melifont Abbey.